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Welche Argumente sprechen von Arbeitgeberseite für das Zeitwertkonto?

Welche Argumente sprechen von Arbeitgeberseite für das Zeitwertkonto?

Die Wahl des individuell richtigen Berufs spielt mit Hinblick auf die Lebensqualität eines Menschen eine wichtige Rolle. Immerhin verbringen die meisten Menschen einen Großteil ihres Lebens an ihrer Arbeitsstätte.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 ergab jedoch, dass viele Arbeitnehmer unter Sorgen und Stress leiden. Hier gaben fast 50 Prozent der Befragten an, regelmäßig von Schlafstörungen, Kopf- und Nackenschmerzen heimgesucht zu werden.

Eine Überlegung, die in diesem Zusammenhang auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen könnte, ist die Frage, inwieweit die Work-Life Balance noch weiter optimiert werden kann. Hier kann es sich – auch gerade als Arbeitgeber – lohnen, einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Stress und Co. können oft nicht über die obligatorische Yogastunde am Abend ausgeglichen werden.

Die Argumente, die dementsprechend von Arbeitsgeberseite aus für das Einführen von Zeitwertkonten sprechen, sind vielseitig. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: sie können dabei helfen, die Lebensqualität der Arbeitnehmer zu verbessern und diese so auf angenehme Weise zu mehr Leistung zu motivieren. Hieraus ergibt sich eine fundierte Win-Win Situation.

Argument Nr. 1: Zeitwertkonten machen einen Arbeitgeber attraktiv

In einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen und einschlägige Experten von einem akuten Fachkräftemangel sprechen, ist es wichtiger denn je sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Wer mit einem interessanten Lebenslauf und tiefgreifenden Kompetenzen aufwarten kann, ist oft in der Lage, sich seinen nächsten Job auszusuchen. Hier zeigen sich die maßgeblichen Vorteile eines Zeitwertkontos auf beeindruckende Weise. Sie untermalen die Tatsache, dass der „perfekte“ Arbeitgeber nicht mehr ausschließlich von der jeweiligen Gehaltshöhe abhängt.

Argument Nr. 2: Die Arbeitswelt erfordert zunehmend mehr Flexibilität

Ein Blick auf die verschiedenen Branchen zeigt, dass Unternehmen, die es schaffen, sich an den Markt, dessen Bedingungen und die Ansprüche der Protagonisten anzupassen, oft im Vorteil sind. Der Faktor Flexibilität spielt in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle.

Zeitwertkonten schaffen hier eine wunderbare Grundlage, auf eine veränderte Auftragslage mit entsprechendem Arbeitseinsatz reagieren zu können.

Die Arbeitskräfte werden genau dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden, so dass sich der „Leerlauf“ bzw. eine zu geringe Auslastung minimiert.

Argument Nr. 3: Ein früheres Renteneintrittsalter kann die Motivation der Arbeitnehmer erhöhen

In der Regel gilt: auch Menschen, die mit ihrer Anstellung in vollem Umfang zufrieden sind, freuen sich auf den Renteneintritt. Umso mehr, wenn dieser nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, sondern beispielsweise schon mit Mitte 50 in greifbare Nähe rückt.
Eine gesteigerte Motivation, die hierbei oft entsteht, da der Rest des Arbeitslebens überschaubar scheint, macht sich oft auch in einem effektiveren Arbeiten bemerkbar.

Hiervon profitiert unter anderem auch der Arbeitgeber auf besondere Weise. Bei einem entsprechenden Effekt kann die Fluktuation zudem oft „ganz nebenbei“ gesenkt werden.

Argument Nr. 4: Zeitwertkonten basieren auf transparenten, nachvollziehbaren Strukturen

Mit der Einführung des Flexi II Gesetzes im Jahre 2009 wurden die Vorgaben rund um das Zeitwertkonto noch weiter gefestigt.

Auch wenn heutzutage eine Beratung durch einen kompetenten Fachmann unumgänglich ist, um auch wirklich alle Vorgaben zu erfüllen und die Vorteile eines Zeitwertkontos nutzen zu können, lassen sich alle Details rund um dieses spannende Thema nachlesen. Besonders beliebte Anlaufstellen sind in diesem Zusammenhang das besagte Flexi II Gesetz und die jeweilige Wertguthabenvereinbarung.

Argument Nr. 5: Der Arbeitseinsatz lässt sich an die saisonalen Gegebenheiten anpassen

Viele Unternehmen kennen das Problem: sie sind an saisonale Auftragsschwankungen gebunden, verfügen jedoch nicht über eine zufriedenstellende Flexibilität, die es ihnen erlauben würde, hier eine effektive Lösung zu finden.

Wäre es nicht weitaus unkomplizierter, Mitarbeitern auf der Basis eines Zeitwertkontos in Zeiten einer geringen Auslastung eine Auszeit über mehrere Wochen bzw. einige Monate ermöglichen zu können, in der diese ihre Freizeit genießen, einen Angehörigen pflegen oder sich um die Kindererziehung kümmern können, ohne sich Sorgen um ihre finanzielle Situation machen zu müssen?

Basierend auf einer entsprechenden Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entsteht so ein überzeugendes Potenzial für noch effektiveres Arbeiten.

Argument Nr. 6: Die Arbeitnehmer fordern es

Bei einer Firma eine Lehre machen und da bis zur Rente zu bleiben war vor 20 Jahren noch normal. Heute ist ein Großteil der Arbeitnehmer flexibel und scheut sich nicht eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen, wenn das Umfeld besser ist. Der moderne Arbeitnehmer will nicht nur ein Dienstfahrrad oder einen Obstkorb jeden morgen. Die Industrie 4.0 zeigt auch den Arbeitnehmern Ihre Möglichkeiten auf. Und in einem Unternehmen, welches Zeitwertkonten anbietet, kann ich mir eher vorstellen alt zu werden. Daher wird dieser Punkt immer wichtiger für Unternehmen.

Was passiert mit dem Guthaben auf dem Zeitwertkonto im Rahmen einer Scheidung?

Was passiert mit dem Guthaben auf dem Zeitwertkonto im Rahmen einer Scheidung?

Spätestens dann, wenn eine Ehe in die Brüche geht, zeigt sich, dass eine Scheidung nicht nur emotional fordernd, sondern auch kostspielig sein kann.

Unter anderem sind Anwälte und Ex-Partner oft darauf bedacht, jeweils zum eigenen Vorteil zu handeln und – wenn möglich – maximalen Gewinn aus der Trennung zu generieren.

Frei nach dem Motto „Was mir zusteht, steht mir zu!“ begeben sich viele auf die Suche nach Werten, die im Rahmen der besagten Scheidung aufgeteilt werden können bzw. müssen.

Nachdem hier (meist im ersten Schritt) Sparbuch und Girokonto, Bausparvertrag und Co. gecheckt wurden, fokussieren sich einige Menschen unter anderem auch auf das Zeitwertkonto des Ex-Partners. Je nachdem, wann dieses ins Leben gerufen wurde, hat sich hier immerhin oft ein beachtlicher Betrag angesammelt.

Doch was passiert mit dieser Summe eigentlich dann, wenn eine Ehe in die Brüche geht? Hat der Ex-Partner Anspruch auf einen Teil der Summe? Immerhin lassen die aktuellen Vorgaben, die beispielsweise im Bereich der Altersvorsorge vorherrschen, genau hierauf schließen. Oder nicht?

Ein grundlegender Unterschied: Zeitwertkonten sind KEINE Altersvorsorge!

Grundsätzlich gilt, dass es sich bei einem Zeitwertkonto NICHT um eine Art von Altersvorsorge handelt!

Daher ist es grundsätzlich nicht möglich, das Konto mit der besagter Altersvorsorge und deren Handhabung im Rahmen einer Scheidung zu vergleichen.

So können alle Besitzer und Besitzerinnen eines Zeitwertkontos aufatmen: im Rahmen eines etwaigen Versorgungsausgleichs wird dieses Konto nicht beachtet. Das Guthaben, das hierauf angesammelt wurde, steht allein dem Einzahlenden zur Verfügung.

Ein Urteil aus dem Jahre 2019 bestätigt diese Vorgehensweise. Hier wurde durch das Oberlandesgericht Koblenz im Rahmen einer Verhandlung festgelegt, dass der Ex-Partner kein Anrecht auf Teile des eingezahlten Geldes hat.

Weshalb geht des Ex-Partner mit Hinblick auf das Zeitwertkonto leer aus?

Im Rahmen des Urteils, das seitens des Oberlandesgerichts gefällt wurde, wurde abermals verdeutlicht, dass es der Sinn eines Zeitwertkontos ist, dem betreffenden Arbeitnehmer Auszeiten, zum Beispiel im Rahmen von:

  • Elternzeiten
  • verlängerten Urlauben
  • einer Weltreise
  • Pflegezeiten
  • Weiterbildungen

usw. zu ermöglichen. Das Guthaben, das hier eingezahlt wird, sollte unter anderem dafür sorgen, dass sich der betreffende Arbeitnehmer während besagter Auszeiten keine Sorgen über seine finanzielle Situation oder eine bestehende Sozialversicherung machen muss.

Oder anders: sie dienen einem anderen Zweck als der Altersvorsorge und werden daher im Zuge eines Versorgungsausgleichs nicht berücksichtigt.

Wichtige Anlaufstellen: Wertguthabenvereinbarung, Flexi II Gesetz und kompetente Berater

Die Tatsache, dass im Rahmen einer Gerichtsverhandlung festgelegt wurde, wie im Falle einer Scheidung mit dem Guthaben auf einem Zeitwertkonto umzugehen ist, zeigt unter anderem, dass sich in diesem Bereich immer wieder Fragen ergeben, die sich nicht spontan beantworten lassen.

Spätestens seit der Einführung des Flexi II Gesetzes im Jahre 2009 gibt es jedoch eine zentrale Anlaufstelle für alle, die sich grundlegend über das Zeitwertkonto, seine Besonderheiten und Vorteile informieren möchten.

Eine eingehende Beratung rund um dieses spannende Thema, wie sie von der Foresight GmbH angeboten wird, geht jedoch noch einen Schritt weiter. Sie bietet Ihnen den Vorteil, sich spezifisch mit Themen rund um Störfälle und Sonderfälle, wie zum Beispiel einer Scheidung, auseinandersetzen zu können.

Sprechen Sie uns gern mit Hinblick auf Ihre individuellen Fragen an, damit wir Sie unter anderem auch über all Ihre Rechte im Zusammenhang mit einem Zeitwertkonto aufklären können!


Welche Infos gehören in eine Wertguthabenvereinbarung?

Welche Infos gehören in eine Wertguthabenvereinbarung?

Unternehmen, die sich dazu entschlossen haben, ihren Mitarbeitern ein Zeitwertkonto einzurichten, müssen unter anderem Rücksicht auf die dazugehörigen gesetzlichen Vorgaben nehmen. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist „Wertguthabenvereinbarung“.

Doch worum handelt es sich hierbei eigentlich genau? Und was ist eine Wertguthabenvereinbarung? Grundsätzlich gilt, dass es sich bei einer solchen Vereinbarung um eine klassische Ergänzung zum Arbeitsvertrag handelt.

Um Missverständnissen vorzubeugen und auch wirklich alle Vorgaben erfüllen zu können, die von gesetzlicher Seite erforderlich werden, ist es wichtig, die folgenden Punkte zu berücksichtigen.

1. die Tarifbindung

Sollte es sich beim betreffenden Unternehmen um ein Unternehmen handeln, das tariflich gebunden ist, ist es wichtig, dass im Tarifvertrag eine sogenannte Öffnungsklausel enthalten ist. Dies bewirkt, dass die jeweiligen Tarifentgelte dem betreffenden Wertguthaben zugeführt werden können.

2. die betroffenen Gehaltsbestandteile

In der Wertguthabenvereinbarung muss unter anderem auch festgelegt werden, auf Basis welcher Entgeltarten Guthaben gesammelt werden kann. Besonders weit verbreitet sind hierbei:

  • Festgehaltsbestandteile
  • Verschiedene Boni
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Überstunden.

Gerade mit Hinblick auf den Bereich Urlaub gilt hierbei, dass alle geltenden Regelungen beachtet werden müssen. Unsere kompetenten Mitarbeiter der Foresight GmbH helfen Ihnen hier mit Hinblick auf alles, was Sie beachten müssen, weiter.

3. die Teilnehmer

Fragen wie „Welchen Beschäftigten soll die Möglichkeit geboten werden, die Vorteile des ZWK zu nutzen?“ oder „Gibt es Kräfte, die vom ZWK ausgeschlossen werden?“ müssen über die Wertguthabenvereinbarung beantwortet werden. Hierbei sollten natürlich auch immer – wie bereits in Punkt 2 erwähnt – alle gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Grundlagen beachtet werden. Auch in diesem Bereich helfen wir Ihnen selbstverständlich gern weiter.

4. die Verzinsung und die Anlage des Guthabens

Über diesen Bereich wird geregelt, ob das Guthaben des Arbeitnehmers mit einem festen Zinssatz oder einer Teilhabe verzinst wird und wie genau die Wertguthaben angelegt werden.

5. die Insolvenzsicherung

Auch Unternehmen, die sich aktuell über eine gute Ertragslage freuen können, können leider nicht garantieren, dass in Zukunft eine Insolvenz ausgeschlossen werden kann. In diesem Fall müssen die Guthaben auf den Zeitwertkonten unbedingt gesichert werden. Hierzu bieten sich verschiedene Maßnahmen an. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang die Treuhandvereinbarung und die Festlegung auf eine Verpfändung der betreffenden Wertguthaben.

6. die Kosten

Das Führen von Wertguthaben kostet auch Geld. Doch wie „teuer“ ist es eigentlich, seinen Mitarbeitern diese Option zur Verfügung zu stellen? Entsprechende Infos müssen in der Wertguthabenvereinbarung festgehalten werden.

7. die Administration

Mit Hinblick auf die Administration stellt sich die Frage, ob das Lohnabrechnungssystem intern oder extern erfolgen soll. Eine standardisierte Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Vielmehr ist es hier – wie so oft – wichtig, individuelle Faktoren abzuwägen, um so eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

8. die mögliche Verwendung

Nicht jeder Verwendungszweck muss zwangsläufig erlaubt werden, wenn es darum geht, das ZWK Guthaben aufzubrauchen. Unternehmen können sich hier beispielsweise dazu entschließen, ausschließlich den früheren Ruhestand oder Elternzeiten zu gewähren.

9. die zu berücksichtigende Ankündigungsfrist

Selbstverständlich müssen Ankündigungsfristen eingehalten werden. Ein Mitarbeiter kann seinen Vorgesetzten so nicht vergleichsweise kurzfristig mit einem Sabbatical und der hiermit verbundenen Auszeit konfrontieren. Wie lange im Vorfeld die eigenen Pläne angekündigt werden müssen, wird unter anderem in der Wertguthabenvereinbarung festgelegt.

10. das vorzeitige Ausscheiden

Heutzutage ist es eher selten, dass ein Mitarbeiter sich dazu entschließt, in dem Unternehmen, in dem er seine Ausbildung beendet hat, auch in Rente zu gehen. Doch was passiert eigentlich mit dem Guthaben auf einem Zeitwertkonto, wenn ein Arbeitnehmer vor der Rente – aus welchen Gründen auch immer – ausscheidet? Die Antwort auf diese Frage ist tatsächlich im SGB IV geregelt. Unter anderem ist es beispielsweise oft möglich, das betreffende Guthaben auf den nächsten Arbeitgeber zu übertragen, falls dieser auch die Option ZWK anbietet. Alternativ kann das Guthaben auch oft ausgezahlt oder über die Deutsche Rentenversicherung Bund gesichert werden. Im schlimmsten Fall geht das Guthaben auf die Erben über. Fest steht: der Arbeitnehmer muss keine Angst davor haben, dass das Guthaben verfällt und er am Ende leer ausgeht.

Welche gesetzlichen Vorgaben müssen mit Hinblick auf ein Zeitwertkonto beachtet werden?

Welche gesetzlichen Vorgaben müssen mit Hinblick auf ein Zeitwertkonto beachtet werden?

Gesetzliche Vorgaben spielen nicht nur mit Hinblick auf allgemeine Fragen rund um das Personal- und Abrechnungswesen eine wichtige Rolle. Auch im Zusammenhang mit dem Zeitwertkonto ist es wichtig, viele Punkte zu beachten.

Die entsprechenden Vorschriften bewegen sich hier auf unterschiedlichen Ebenen und stellen unter anderem sicher, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer von Zeitwertkonten profitieren können.

Eine Frage, die sich hierbei immer wieder stellt: „Welche gesetzlichen Vorgaben werden mit Hinblick auf das Zeitwertkonto relevant?“. In diesem Artikel soll darauf eingegangen werden, welche Gesetze beim Führen bzw. beim Zur-Verfügung-Stellen eines Zeitwertkontosbeachtet werden müssen.

Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen Auszug. Die komplette Liste an Gesetzesvorgaben ist länger. Ein kompetenter Mitarbeiter der Foresight GmbH hilft Ihnen hier gern weiter!

Welche Vorgaben bilden die Grundlage für die Wertguthabenvereinbarung?

In der schriftlichen Wertguthabenvereinbarung werden viele wichtige Details rund um das Zeitwertkonto festgehalten. Unter anderem beinhaltet dieses Dokument Informationen rund um die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung, die Insolvenzsicherung, die Verzinsung des Guthabens und die Informationspflicht des Unternehmens dem Mitarbeiter gegenüber.

Die rechtliche Grundlage der Wertguthabenvereinbarung wurde in § 7b ff SGB IV festgehalten.

Allgemeine Rechtsgrundlagen rund um das Zeitwertkonto

Im Zusammenhang mit einem sauber geführten Zeitwertkonto müssen viele verschiedene Vorgaben beachtet werden. Sie alle sind unter §§ 7b – 7f, 23b SGB IV zusammengefasst.

Selbstverständlich handelt es sich um eine kleine Herausforderung, als (Noch-)Laie zu verstehen, was sich hinter den im SGB IV aufgeführten Regelungen verbirgt. Daher lohnt es sich umso mehr, sich beraten zu lassen. Dies hilft herauszufinden, welche individuellen Vorteile das Zeitwertkonto für das eigene Unternehmen bieten kann.

Gesetzliche Vorgaben zur Einzahlungsart

Viele Menschen lassen sich von der Bezeichnung „Zeitwertkonto“ täuschen. Denn: hier wird keine Zeit, sondern tatsächlich Geld eingezahlt. Früher, genauer gesagt bis zum Jahr 2009, gestaltete sich genau das jedoch noch anders. Damals fand die Einzahlung tatsächlich noch auf der Basis von Stunden statt.

Die Regelungen zu den neuen Vorgaben lassen sich unter § 7d Abs. 1 SGB IV nachlesen. Wie so oft gibt es jedoch auch hier Ausnahmen.

Diese besagten, dass ein Wertguthaben, das vor dem 01. Januar 2009 als Zeitguthaben gesetzt wurde, auch weiterhin durch Zeiteinzahlungen bedient werden kann. Die entsprechenden Vorgaben wurden in § 116 Abs. 1 SGB IV festgelegt. (Achtung! Besagte Ausnahmeregelung kommt auch im Zusammenhang mit Wertguthabenvereinbarungen zum Einsatz, die auf der Basis von alten Tarifverträgen geschlossen wurden.)

Über § 7b Nr. 3 SGB IV wurde zudem fixiert, dass verschiedene Arten von Arbeitsentgelt eingezahlt werden können.

Von klassischem Gehalt über Urlaubs- und Weihnachtsgeld bis hin zu Boni und Sonderzahlungen ist hier alles möglich.

Welche Freistellungszwecke sind erlaubt?

Die Gründe für eine Freistellung können unterschiedlicher Natur sein. Viele Arbeitnehmer nutzen das Guthaben auf ihrem ZWK, um beispielsweise…:

• in Eltern- oder Pflegezeit zu gehen
• vorzeitig in den Ruhestand einzutreten
• sich fort- und weiterzubilden
• ein „Sabbatical“ zu genießen, um dann wieder frisch ausgeruht und mit neuen Ideen im Kopf beruflich neu durchzustarten.

Alle Freistellungszwecke, die grundsätzlich „erlaubt“ sind, werden über § 7c Abs. 2 SGB IV festgelegt.

Welche gesetzlichen Regelungen müssen im Falle von Kurzarbeit beachtet werden?

Kurzarbeit spielt für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter nicht erst seit der Corona Krise eine wichtige Rolle.

Die gute Nachricht: eine etwaige Kurzarbeit hat keinerlei Auswirkungen auf ein bestehendes Zeitwertkonto. Da es sich hierbei eben NICHT um ein Gleitzeitkonto handelt, finden die Regelungen aus § 96 Abs. 4 Nr. 3 SGB III keine Anwendung.

Auch eine vorübergehende bzw. längerfristige Arbeitslosigkeit wirkt sich nicht auf das Guthaben auf dem Zeitwertkonto aus. Die Grundlage für diese Art von Schutz bildet der § 151 Abs. 2 Nr. 2 SGB III.

Welche Aufzeichnungspflichten müssen bei einem Zeitwertkonto beachtet werden?

Welche Aufzeichnungspflichten müssen bei einem Zeitwertkonto beachtet werden?

Wer sich mit Zeitwertkonten und möglichen Szenarien befasst, stößt oft früher oder später auf den Begriff „Aufzeichnungspflichten“.

In einschlägigen Broschüren, die oft an Feiertagen, wie zum Beispiel dem Buß- und Bettag studiert werden, weil hier ausreichend Zeit ist, um sich mit solch wichtigen Themen, wie zum Beispiel einem Zeitwertkonto, auseinanderzusetzen, ist immer wieder davon die Rede, dass besagte Pflichten – nicht nur aufgrund einer optimalen Nachvollziehbarkeit – erfüllt werden müssen.

Dies liegt unter anderem daran, dass die Beiträge zur Sozialversicherung während der Einzahlungsdauer zunächst gestundet werden und erst im Zuge der Nutzung des ZWK Guthabens wieder aktuell (und damit fällig) werden.

Wer also beispielsweise am 20. November 2020, dem Weltkindertag, Zeit mit seinen Lieben verbringt und sich überlegt, dass es doch schön wäre, genau diese Art von Quality Time noch länger – vielleicht sogar ein ganzes Jahr? – zu genießen, kann unter anderem auch mit Hinblick auf besagte Aufzeichnungspflichten recherchieren. Die grundsätzliche Verpflichtung, hier entsprechend tätig zu werden, liegt jedoch beim Arbeitgeber.

Was bedeutet eigentlich Aufzeichnungspflicht?

Aufzeichnungspflicht im Zusammenhang mit einem Zeitwertkonto bedeutet, dass die Ein- und Auszahlungen, unabhängig davon, ob es sich bei ihnen um Zeit- und Entgeltanteile handelt verbucht werden müssen. Zudem müssen alle gesetzlichen sozialversicherungsrechtlichen Aspekte erfüllt werden.

Zudem müssen die betreffenden Mitarbeiter, die das Geld auf dem ZWK sammeln, in regelmäßigen Abständen über den entsprechenden Zwischenstand ihres Guthabens informiert werden. Die jeweilige Auskunft muss schriftlich und einmal im Jahr erfolgen. Unternehmen, die besonders viel Wert auf eine moderne, unkomplizierte Kommunikation legen, können hierbei auch ganz einfach auf eine klassische Mail setzen.

Durch die Aufzeichnungspflicht wird auch sichergestellt, dass – beispielsweise im Zusammenhang mit einem unvorhergesehenen Störfall – immer der aktuelle Status Quo des Guthabens ermittelt werden kann. So kann im Störfall eine genaue Abrechnung erfolgen.

Wie kann die Aufzeichnungspflicht realisiert werden?

Das Wertguthaben der Mitarbeiter, die ein Zeitwertkonto in Anspruch nehmen, kann – wenn das Programm es anbietet – über die Lohnbuchhaltung des betreffenden Unternehmens verwaltet werden. Wer möchte, kann diesen Bereich selbstverständlich jedoch auch outsourcen. In diesem Fall wird ein anderes Unternehmen damit beauftragt, die Aufzeichnungspflichten (auch mit Hinblick auf die Vorgaben zur Sozialversicherung) zu erfüllen.

Vor allem dann, wenn die Vorteile des Zeitwertkontos von mehreren Mitarbeitern in Anspruch genommen werden, kann es sein, dass es sich bei der externen Lösung um die günstigere Alternative handelt, da hier nicht für jeden Mitarbeiter ein einzelnes Anlagekonto geführt werden muss.

Die Mitarbeiter der Foresight GmbH beraten Sie gern über Ihre individuellen Möglichkeiten.

Was kostet ein Zeitwertkonto den Arbeitgeber?

Zeitwertkonten können dabei helfen, die Attraktivität eines Arbeitgebers am Markt zu erhöhen. Gleichzeitig kosten sie jedoch auch Geld. Unter anderem fallen hier Kontoführungs- und Depotgebühren an. Diese werden von den jeweiligen Anlageinstituten berechnet.

Wer sich dann dazu entschließt, die betreffenden ZWKs nicht selbst bzw. in der eigenen Lohnbuchhaltung zu verwalten, sondern hiermit einen externen Dienstleister zu beauftragen, zahlt natürlich auch für dessen Dienstleistungen. Hierbei gilt die einfache Regelung: je mehr Mitarbeiter-Zeitwertkonten betreut werden müssen, umso mehr zahlt das auftraggebende Unternehmen.

Dafür profitiert es jedoch von dem Vorteil, sich weiterhin auf seine klassischen Abläufe – unter anderem auch im Bereich der Personalabteilung – fokussieren zu können, ohne sich mit gestundeten Sozialversicherungsbeiträgen und Aufzeichnungspflichten auseinandersetzen zu müssen.

Zeitwertkonten: was ist eigentlich ein Störfall?

Zeitwertkonten: was ist eigentlich ein Störfall?

Wer sich mit Zeitwertkonten und möglichen Szenarien befasst, stößt früher oder später auf den Begriff „Störfall“. Klingt verwirrend? Immerhin soll es sich bei einem Zeitwertkonto doch um ein ganz besonderes „Extra“ handeln, von dem sowohl Mitarbeiter als auch Arbeitgeber auf unkomplizierte Weise profitieren können.

In einschlägigen Broschüren ist immer wieder von Reaktionen auf unvorhergesehene Ereignisse die Rede.

Grundsätzlich gilt hierbei: besagte Ereignisse, sogenannte „Störfälle“, sind im Zusammenhang mit Zeitwertkonten eher selten.

Wer also beispielsweise am 20. November 2020, dem Weltkindertag, Zeit mit seinen Lieben verbringt und sich überlegt, dass es doch schön wäre, genau diese Art von Quality Time noch länger – vielleicht sogar ein ganzes Jahr? – zu genießen, kann in der Regel davon ausgehen, nicht mit solchen Zwischenfällen in Kontakt zu kommen.

Dennoch ist es auch beruhigend, sich mit dem berühmten „Was passiert, wenn…“-Gedanken auseinanderzusetzen.

Was ist eigentlich ein Störfall?

Bei einem Störfall handelt es sich um einen vergleichsweise allgemeinen Begriff. Im Zusammenhang mit einem ZWK steht er für alle Geschehnisse, in deren Zusammenhang das gesammelte Wertguthaben nicht wie ursprünglich geplant genutzt werden kann.

Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Manchmal versterben Arbeitnehmer, manchmal zwingen einen die Umstände aus dem Unternehmen auszuscheiden. In all diesen Fällen ist von einem Störfaktor die Rede.
Das lebende Ausscheiden aus dem Unternehmen stellt mit Sicherheit den häufigsten Störfall dar. Manchmal muss es einfach ein anderer Arbeitgeber sein. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, bietet der neue Arbeitgeber auch Zeitwertkonten an. Dann nehmen Sie Ihr bisher angespartes Konto einfach mit zum nächsten Arbeitgeber. Vielleicht bietet er Ihnen auch nicht die Möglichkeiten, die Ihr alter Arbeitgeber hatte. Schließlich ist es jedem Arbeitgeber überlassen frei zu entscheiden, was für ein Zeitwertkonto er zur Verfügung stellt. Hat er eins nach §§ 7 ff SGB IV, können Sie es selbstverständlich nutzen.
Falls Ihr neuer Arbeitgeber kein Zeitwertkonto anbietet, können Sie sich die Summe auszahlen lassen oder, wenn genügend Geld zur Verfügung steht, bei der Deutschen Rentenversicherung Bund parken.
Die gute Nachricht: ein angesammeltes Wertguthaben darf aufgrund eines solchen Störfaktors nicht verfallen.

Vererben oder verschenken? Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten!

Wer weiß, dass er sein Wertguthaben – aus welchen Gründen auch immer – während seiner Berufstätigkeit nicht aufbrauchen wird, kann dieses auch auf der Basis einer Schenkung an einen Dritten übertragen.

Auch ein Vererben ist möglich. Wie so oft ist es jedoch auch hier wichtig, die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben zu beachten. Das bedeutet: wird das Wertguthaben verschenkt, muss es versteuert und auch mit Hinblick auf sozialversicherungstechnische Aspekte berücksichtigt werden. Die Summe, die nach diesem Procedere übrig ist, wird dann im Rahmen einer Auszahlung an den gewünschten Dritten übertragen. Entsprechende Regelungen gelten auch dann, wenn das ZWK Guthaben vererbt werden soll.

Inwieweit ist das Wertguthaben jederzeit antastbar?

Zugegeben: wer Guthaben auf seinem Zeitwertkonto angesammelt hat, ist sicherlich versucht, frei nach dem Motto: „Für mein Guthaben habe ich gearbeitet und kann dementsprechend darüber verfügen, wann ich will!“ zu agieren.

Es gilt jedoch: die entsprechenden Auszeiten müssen immer mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. Zudem ist es – im Rahmen einer bestehenden Anstellung – nur im Notfall möglich, außer Plan auf die Summe, die auf dem ZWK angespart wurde, zurückzugreifen. Unter dem Begriff „Notfall“ versteht das Gesetz hier tatsächlich einen Zwischenfall, der die Existenz der Betroffenen bedroht. Hier gilt es, Einzelfallentscheidungen zu treffen.

Welche Beträge hier in Anspruch genommen werden können, ist wiederum von der Art und der Relevanz der Notlage abhängig. Und: wer auf das Guthaben seines Zeitwertkontos – wenn auch nur in Teilen – zurückgreift, muss hierauf auch Steuern und Sozialbeiträge zahlen.

Unsere Fachberater beraten Sie gern, wie Sie – sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer – auf die Herausforderungen eines Störfalls reagieren können. Sprechen Sie uns einfach an.