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Wer kann sich schon ein Sabbatical leisten? – Dank Zeitwertkonto? Viele!

Wer kann sich schon ein Sabbatical leisten? – Dank Zeitwertkonto? Viele!

„Ich bin total ausgebrannt! Ich brauche ein Sabbatical!“ – es gibt sicherlich viele Büros, in denen dieser Satz in der Vergangenheit schon gefallen ist. Zahlreiche Arbeitnehmer verbinden mit einer solchen Auszeit jedoch vor allem eine vergleichsweise hohe Gehaltsklasse.

Immerhin müssen die Annehmlichkeiten, die ein Sabbatical mit sich bringt, ja auch finanziert werden, oder?

Die gute Nachricht ist, dass es – dank eines Zeitwertkontos – durchaus möglich ist, hier ein wenig flexibler zu planen. Zudem braucht es kein gut gefülltes Sparbuch, um während der längeren Auszeit keine Geldsorgen haben zu müssen. Die Lösung ist – wie so oft – weitaus einfacher.

Was ist eigentlich ein Sabbatical?

Der Trend rund um Sabbaticals stammt eigentlich aus den USA. Ein Sabbatical kann mit „Auszeit“ übersetzt werden und dient dazu, die Seele über einen längeren Zeitraum baumeln zu lassen. Während der klassische Jahresurlaub von etwa ein oder zwei Wochen noch weitestgehend überschaubar ist, kann bei einem Sabbatjahr schon etwas flexibler geplant werden.

Egal, ob es den betroffenen Arbeitnehmern dann darum geht,:

  • sich weiterzubilden
  • eine Weltreise in Angriff zu nehmen
  • einen nahestehenden Angehörigen zu pflegen
  • einem drohenden Burn Out vorzubeugen

oder früher in Rente zu gehen: die Möglichkeiten sind vielseitig. Eine Frage, die in diesem Zusammenhang jedoch immer berücksichtigt werden sollte, ist: wovon leben Arbeitnehmer während eines Sabbaticals?

Viele Menschen verfügen nicht über den finanziellen Background, um auf ein regelmäßiges Einkommen verzichten zu können.

Die gute Nachricht ist: auch diejenigen, die hier auf kein Sparbuch zurückgreifen können, müssen nicht auf das Sabbatjahr verzichten.

Das Zeitwertkonto als Basis für ein erholsames Sabbatjahr

Damit ein Zeitwertkonto genutzt werden kann, um Miete, Freizeitbeschäftigungen, Einkäufe und Co. während des Sabbaticals zu zahlen, ist es natürlich wichtig, dass auf besagtes Konto ausreichend eingezahlt wurde.

Ein kompetenter Berater kann hier schnell weiterhelfen und feststellen, wie hoch die ausgezahlten Beträge im jeweiligen Zeitraum sein werden. Mit Hinblick auf Maximal- und Mindesthöhe gibt es hier einige Faktoren zu beachten. Ihr Ansprechpartner bei der Foresight GmbH hilft Ihnen gern weiter, wenn es darum geht, Ihre individuelle Situation noch besser einzuschätzen.

Zusatztipp: Am besten ein wenig mehr im Voraus planen

Bei einem Sabbatjahr handelt es sich um eine wunderbare Möglichkeit, um ein wenig (oder ein wenig mehr) vom Alltag abzuschalten. Dennoch und bei aller Vorfreude: ein Jahr ist eine lange Zeit. Daher ist es wichtig (und fair), den jeweiligen Zeitraum mit dem Arbeitgeber zu besprechen.

Je kommunikativer und transparenter Arbeitnehmer und Unternehmen hier miteinander kommunizieren, umso besser. So lässt sich der Ausfall noch besser auffangen.

Weshalb ein Sabbatical kein Wunschtraum mehr bleiben muss

Von einem Sabbatical können sowohl Körper als auch Geist profitieren – jedoch selbstverständlich nur dann, wenn sich der Arbeitnehmer keine Sorgen um seine Finanzen machen muss.

Das Zeitwertkonto kann hier als eine Art „Lohn“ genutzt werden, auf den der Kontoinhaber ja ohnehin Anspruch hat.

Das Geld, das hier eingezahlt wurde, kann sich aus Urlaubs- und Weihnachtsgeld und anderen Gehaltsanteilen zusammensetzen, die zum jeweiligen Zeitpunkt gespart und eben nicht ausgezahlt wurden. Somit erklärt sich von selbst, weshalb das Interesse an Sabbatjahren immer weiter steigt und sicherlich auch in Zukunft nicht abreißen wird.

Wer weiß, dass er auch während seiner Auszeit regelmäßig „Gehaltszahlungen“ auf seinem Konto verbuchen kann, kann seine Freizeit in der Regel noch besser genießen.

Foto: Foresight GmbH/Ralf/Adobe Stock

Väter in Elternzeit – wie ein Zeitwertkonto den Familienalltag unterstützen kann

Väter in Elternzeit – wie ein Zeitwertkonto den Familienalltag unterstützen kann

Krisen, wie zum Beispiel die Corona Pandemie, zeigen häufig auf, wo in einer Gesellschaft noch Optimierungsbedarf besteht.
Ein Faktor, der heutzutage möglicherweise aktueller denn je ist: das klassische Rollenverständnis und die Tatsache, dass sich viele Frauen seit Beginn der Corona-Zeit wieder „an den Herd“ zurückgedrängt fühlen. Zahlreiche Mütter kümmern sich hauptsächlich derzeit um Home Schooling, Kinder und Co..
Ihre Männer würden oft gern – gerade jetzt und in dieser schwierigen Zeit – zuhause präsenter sein. Aber: Der Jahresurlaub ist begrenzt. Wer hier über ein Zeitwertkonto verfügt, ist im Vorteil. Denn: das Guthaben, das sich hierauf befindet schafft die Basis für längere Auszeiten – selbstverständlich nicht nur während der Corona Pandemie.

Der Trend zur väterlichen Elternzeit reißt nicht ab

Für viele ist es selbstverständlich: nach der Geburt bleibt die Mutter zuhause und der Mann verdient das Geld. Seit einiger Zeit ist hier jedoch eine Art Kehrtwende zu beobachten. Immer mehr Männer möchten ihr Kind gern in den ersten Monaten seines Lebens – und eben nicht nur ein paar Tage – begleiten.
Es geht um Unterstützung, Kennenlernen und ein ganz besonderes familiäres Gemeinschaftsgefühl. Doch was, wenn gesetzliche Elternzeit, Urlaub und Überstundenabbau nicht ausreichen, um sich dem neuen Erdenbürger zu widmen? Was, wenn der Vater gerne auch – beispielsweise zwei Jahre – uneingeschränkt dabei sein möchte, wenn aus seinem Baby ein Kleinkind wird?
Wer hier über ein entsprechend gefülltes Zeitwertkonto verfügt, kann in vielen Fällen aufatmen. Denn: mit Hilfe des Guthabens, das hier angespart wurde, ist es nicht nur möglich, eine Auszeit zu nehmen, sondern auch, von einem finanziellen Polster zu profitieren.

Monatliche Auszahlung, finanzieller Spielraum und ganz viel Quality Time

Wer möchte sich schon, während er als Vater sein Kind im Kinderwagen schiebt, Sorgen um seine finanzielle Situation machen müssen?
Ein Zeitwertkonto schafft die Basis für monatliche Auszahlungen und hält gleichzeitig die Verbindung zum Arbeitgeber. Immer mit dem guten Gefühl, nach der ausgedehnten Elternzeit von beispielsweise zwei Jahren, wieder in den Job zurückkehren zu können, lässt sich die erste Zeit als frischgebackener Papa noch entspannter genießen.
Wie hoch die monatlich ausgezahlte Summe genau ist, ist natürlich vom Guthaben auf dem Zeitwertkonto und von der Dauer der Auszeit abhängig. Die Mitarbeiter der Foresight GmbH beraten Sie gern und zeigen Ihnen auf, mit welchen Summen Sie zum „Zeitpunkt X“ rechnen können. Somit schaffen Sie sich eine verlässliche Grundlage, die Ihnen ein hohes Maß an Planungssicherheit bietet.

Das Zeitwertkonto: selbstverständlich nicht nur für väterliche Auszeiten geeignet!

Selbstverständlich haben auch Mütter die Möglichkeit, ihre Elternzeit mit Hilfe eines Zeitwertkontos zu verlängern!
Neben einem ausreichenden Guthaben auf dem jeweiligen Zeitwertkonto ist es natürlich auch wichtig, dass die jeweilige Auszeit vom Arbeitgeber genehmigt wird. Weiß dieser Bescheid und hat dieser die Möglichkeit, die gedehnte Elternzeit im Zuge seiner Planung zu berücksichtigen, steht einer Win-Win Situation nichts mehr im Wege. Immerhin profitiert schlussendlich auch das Unternehmen von einer gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit.
Anhand der Beispiele rund um eine verlängerte Elternzeit zeigt sich einmal mehr die Flexibilität des Zeitwertkontos. Dieses passt sich an die Bedürfnisse der Arbeitnehmer an und ermöglicht so eine moderne Work-Life-Balance – auch für junge Familien.

Was macht Arbeitnehmer glücklich?

Was macht Arbeitnehmer glücklich?

Wer sich mit der Tatsache auseinandersetzt, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer einen Großteil seines Lebens im Büro bzw. an der Arbeitsstätte verbringt, erkennt schnell, weshalb es so wichtig ist, im „richtigen“ Job zu arbeiten.

Damit ein hohes Maß an Zufriedenheit und Lebensqualität gewährleistet werden kann, ist es unter anderem wichtig, dass die „Randfaktoren“ stimmen. Schon lange ist nicht mehr nur das Gehalt am Ende des Monats ausschlaggebend, wenn es darum geht, sich für oder gegen einen Arbeitgeber zu entscheiden.
Einer aktuellen Umfrage von Stepstone zufolge scheinen sich die Prioritäten der Menschen hier verändert zu haben.

Flexibilität und Lebensqualität sind besonders wichtig

Fast 50 Prozent aller Arbeitnehmer, die an der besagten Stepstone Umfrage teilnahmen, erklärten unter anderem, dass sie Wert auf eine betriebliche Altersvorsorge legen würden. Kostenfreie Getränke und Gesundheitsvorsorge folgen auf Platz 2 und 3.

Interessanterweise lassen sich viele Punkte, die im Rahmen der Umfrage erwähnt werden, auch super mit den Vorteilen eines Zeitwertkontos verbinden. Dieses kann nicht nur als Alternative, sondern auch als sinnvolle Ergänzung zur Altersvorsorge gesehen werden, sondern genau die Flexibilität, die sich ein Arbeitnehmer wünscht, noch weiter unterstreichen.

Im Zuge der Umfrage wird beispielsweise deutlich, wie wichtig es den Menschen heutzutage ist, Job und Familie miteinander verbinden zu können. Exakt an dieser Stelle ist es möglich, auf die Vorteile eines Zeitwertkontos zu setzen. Immerhin ist es mit seiner Hilfe unter anderem möglich, eine längere Auszeit zu nehmen, um zum

Beispiel:
• einen nahen Angehörigen zu pflegen
• die Elternzeit zu verlängern
• einen ausgedehnten Urlaub mit der Familie in Angriff zu nehmen.

Das Zeitwertkonto erfüllt hohe Erwartungen

Sicherlich weiß jeder Arbeitnehmer, dass es schwer ist, den perfekten Job zu finden. Wer zum Beispiel Wert auf eine Kinderbetreuung vor Ort, die Möglichkeit eines Familienbüros, Freizeitangebote und Co. legt, sucht eventuell lange nach einem Unternehmen, das all diese Ansprüche erfüllt.

Doch wie wäre es, sich alternativ auf einen Arbeitgeber zu fokussieren, der ein Zeitwertkonto bietet? Mit ein wenig Fantasie ist es so möglich, alle genannten Vorteile in einem „Paket zu buchen“. Denn: wer seine Elternzeit verlängern kann, braucht möglicherweise keine Kinderbetreuung vor Ort. Wer neue Hobbys und Freizeitangebote während einer langen Auszeit ausprobieren kann, hat eventuell nicht das Bedürfnis, beides während der klassischen Arbeitszeit miteinander zu verbinden usw. .

Kurz: ein modernes Zeitwertkonto bündelt viele Details in sich, so dass es lediglich ein wenig Fantasie und Flexibilität erfordert, um die entsprechenden Vorteile nutzen zu können.

Was macht den perfekten Arbeitgeber aus?

Da jeder Arbeitnehmer hier andere Vorstellungen hat, ist es schwer, diese Frage zu beantworten. Fest steht jedoch, dass die Suche nach dem Traumjob bei Weitem nicht so kompliziert sein muss, wie es auf den ersten Blick den Anschein haben mag.

Wer sich ein wenig Zeit nimmt und sich fragt, welche Faktoren – abseits eines vertretbaren Gehalts – zählen, stößt in der Regel schnell auf das Zeitwertkonto. Dieses kann für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit sorgen – selbst dann, wenn der betreffende Mitarbeiter überhaupt noch nicht weiß, wie er die jeweils „gewonnene Zeit“ für sich nutzen möchte.

Aufgrund der Tatsache, dass viele Arbeitnehmer in der heutigen Zeit so gut ausgebildet sind, dass sie sich ihr Unternehmen aussuchen können, entscheiden sich etliche Arbeitgeber dazu, sich mit dem Angebote eines Zeitwertkontos aus der Masse hervorzuheben und so unter anderem für Fachkräfte zum Arbeitgeber der Wahl zu werden.

Veranstaltung: Glücklich sein – Mit Zeitwertkonten die Arbeits- und Lebenszeit aktiv und flexibel gestalten

Veranstaltung: Glücklich sein – Mit Zeitwertkonten die Arbeits- und Lebenszeit aktiv und flexibel gestalten

Seit Jahren kämpfen die Arbeitgeber mit dem Fachkräftemangel. Viele Unternehmen haben den Wert gesunder und zufriedener Mitarbeiter erkannt. Flexible Vereinbarung von Familie und Beruf wird für Arbeitnehmer immer wichtiger und auch Arbeitgeber profitieren davon. Langfristige Personalplanung ist mittlerweile in allen Branchen ein Thema.
Zeitwertkonten und Lebensarbeitszeitmodelle sind ein hervorragendes Mittel zur Mitarbeiterbindung und Personalplanung.

Mit diesem Impulsvortrag bieten wir Ihnen über 13 Jahre Praxiserfahrung in der Einrichtung und Beratung von Unternehmen aller Größen. Wir klären dabei über die Möglichkeiten auf, die ein Zeitwertkonto nach dem Flexi Gesetz seit vielen Jahren bietet. Gleichzeitig stellen wir uns den teilweise bestehenden Vorurteilen und zeigen die Abgrenzung zu anderen Modellen wie betrieblicher Altersvorsorge und Altersteilzeit.

Unternehmen, die bereits Zeitwertkonten eingeführt und noch Probleme bei der Umsetzung haben, erhalten ebenfalls Hilfestellung. Arbeitgeber, die sich für die individuelle Einführung und Umsetzung von Zeitwertkonten entscheiden, begleiten wir dabei. Zeitwertkonten sind das Fundament für die unverzichtbare Flexibilisierung des Arbeitslebens.

Die Veranstaltung findet auf Basis des Konferenz-Tools Microsoft Teams statt.

Referent/-in:
Heinz-Jürgen Zink, Geschäftsführer Foresight GmbH

Datum:
Dienstag 27.04.2021 (09:00 Uhr – 11:00 Uhr)

Ort:
Online-Seminar

Kosten:
Mitglieder des Wirtschaftsverband Emsland e.V. 29,00 €/Person,
Nichtmitglieder 59,00 €/Person

Zur Anmeldung
https://www.wv-emsland.de/emsland-akademie.html#!/share/273a5be7-0adf-4db1-b43d-0330b69fda75

Foto: Foresight GmbH/Thomas Mucha/Adobe Stock

Aktiv im Leben – Ausgabe 1 Februar – April 2021

Aktiv im Leben – Ausgabe 1 Februar – April 2021

Neben Slow-Food, Fasten und Abenteuer mit Hund hat das Magazin ein Spezial über Finanzen herausgebracht. Unter anderen wird auch das Thema Zeitwertkonten angesprochen, um die Work Life Balance ausgewogen zu halten.

Aktiv im Leben (Screenshot)
Aktiv im Leben (Screenshot)
Zeitwertkonten

Zeitwertkonten

1.1. Was sind Zeitwertkonten
1.2. Unterschied zwischen Wertkonten und anderen Zeitkonten
1.3. Was ist der Unterschied zwischen einem Wertkonto und betrieblicher Altersvorsorge
1.4. Abgrenzung Zeitwertkonto und Altersteilzeit.
1.5. Was gibt es rechtlich zu beachten
1.6. Wer kann ein Zeitwertkonto nutzen
1.7. Die Wertguthabenvereinbarung
1.7.1. Einzelvertragliche Vereinbarung – Gesamtzusage
1.7.2. Betriebsvereinbarung – Tarifvertrag

 

1.1. Was sind Zeitwertkonten

 

Mit Zeitwertkonten kann ich Teile meines Gehalts ansparen. Ich verzichte als Arbeitnehmer auf die Auszahlung eines Teils meines Gehalts für meine geleistete Arbeit und zahle dies auf ein Wertkonto bei meinem Arbeitgeber ein. Und dies von meinem Brutto. Das bedeutet auch, dass dieser Teil des Gehaltes nicht versteuert wird und auch frei von Sozialabgaben ist. Hinzu kommen noch die vom Arbeitgeber gesparten Sozialabgaben, die dieser natürlich nicht einbehalten darf.

Im Falle der Auszahlung (Freistellung) bleibe ich angestellt und erhalte weiter mein Gehalt vom Arbeitgeber, von dem nachgelagert Steuern und Sozialabgaben abgeführt werden.

Neben Teile meines „normalen“ Bruttogehaltes kann ich auch weitere Gehaltsbestandteile in das Zeitwertkonto überführen. Grundsätzlich ist es dem Arbeitgeber überlassen, ob auch Sonderzahlungen, Gratifikationen, Urlausansprüche oder Überstunden in das Konto überführt werden dürfen.

Die Installation, Verwaltung und Sicherung eines Zeitwertkonto ist gesetzlich unter §§ 7 ff SGB IV geregelt. Ein Anspruch des Mitarbeiters auf ein Zeitwertkonto existiert leider noch nicht. Aber es steht dem Unternehmen frei, wie es dieses für den einzelnen Arbeitnehmer umsetzt. So kann die Einbringung bestimmter Gehaltsbestandteile ausgeschlossen oder in der Höhe reglementiert sein.

Das Unternehmen darf auch bestimmen, wofür das Geld genutzt werden kann. Die gesetzliche Bandbreite reicht vom Sabbatical über die Pflege Angehöriger und Teilzeit bei erhöhtem Lohn bis zum vorzeitigen Ruhestand.

Der entscheidende Vorteil eines Zeitwertkontos besteht in der Flexibilität. Es ist kein Versicherungs- oder Bankenprodukt. Ich führe ein Konto bei meinem Arbeitgeber, in das ich flexibel einsparen kann.

 

 

1.2. Unterschied zwischen Wertkonten und anderen Zeitkonten

Arbeitnehmer und Arbeitgeber hatten schon immer die Möglichkeit die Arbeitszeit und produktionsbedingte Schwankungen zu regeln. Dies geschieht auch heute noch durch verschiedene tarifliche als auch individualvertragliche Regelungen. Was grenzt das betriebliche Wertkonto von diesen anderen Vereinbarungen ab?

Gemäß § 7 b SGB IV liegt eine Wertguthabenvereinbarung vor, wenn

  • der Aufbau des Wertguthabens aufgrund einer schriftlichen Vereinbarung erfolgt,
  • diese Vereinbarung nicht das Ziel der flexiblen Gestaltung der werktäglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit oder den Ausgleich betrieblicher Produktions- und Arbeitszyklen erfolgt,
  • Arbeitsentgelt in das Wertguthaben eingebracht wird, um es für Zeiten der Freistellung von der Arbeitsleistung oder der Verringerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zu entnehmen,
  • dass aus dem Wertguthaben fällige Arbeitsentgelt mit einer vor oder nach der Freistellung von der Arbeitsleistung oder der Verringerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit erbrachten Arbeitsleistung erzielt wird und
  • das fällige Arbeitsentgelt insgesamt 450 € monatlich übersteigt, es sei denn, die Beschäftigung wurde vor der Freistellung als geringfügige Tätigkeit ausgeübt.

Nach § 7 Abs. 1a SGB IV besteht das Beschäftigungsverhältnis auch bei Freistellung von der Arbeitsleistung von mehr als einem Monat weiter, wenn

  •  während der Freistellung Arbeitsentgelt aus einem Wertguthaben nach § 7b SGB IV fällig ist und
  • dass monatlich fällige Arbeitsentgelt in der Zeit der Freistellung nicht unangemessen von dem für die vorausgegangenen zwölf Kalendermonate abweicht, in denen Arbeitsentgelt bezogen wurde.

Daraus ergibt sich, dass ein Arbeitnehmer im Rahmen der Wertguthabenvereinbarung länger als ein Monat freigestellt werden kann und so getan wird, als sei er weiter beschäftigt. Dies führt dazu, dass er weiter sozialversicherungsrechtlich geschützt ist, da er weiterhin in alle vier Bereiche der Sozialversicherung einzahlt.

Wertguthabenvereinbarungen dienen nach § 7b Nr. 2 SGB IV nicht dem Ausgleich der werktäglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit oder dem Ausgleich betrieblicher Produktions- und Arbeitszyklen. Damit gehören Kurzzeit-, Beschäftigungssicherungs- oder Jahresarbeitszeitkonten nicht zu Wertguthabenvereinbarungen.
Als Faustformel kann man sagen, immer dann, wenn eine Vereinbarung dem Interesse des Arbeitgebers dient, handelt es sich um ein Arbeitszeitkonto. Wenn der Arbeitnehmer bestimmen kann, wann er eine Freistellung nimmt, handelt es sich um eine Wertkontenvereinbarung im Sinne des § 7 b SGB IV.

 

1.3. Was ist der Unterschied zwischen einem Wertkonto und betrieblicher Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge steigert meine monatliche Rente nach meinem Arbeitsleben. Der Hauptgrund, warum Arbeitgeber den Arbeitnehmern eine betriebliche Altersvorsorge anbieten ist, den Unternehmen ist bewusst, wie sich unsere Rente in den nächsten Jahrzehnten verändern wird. Für viele Arbeitnehmer tritt mit Eintritt in die Rente eine Veränderung ein, die sich fast immer auch finanziell bemerkbar macht. Da ist die betriebliche Altersvorsorge ein probates Mittel, um diese Veränderung abzufangen.

Das Zeitwertkonto ist gerade keine Altersvorsorge. Das Wertkonto dient vornehmlich der Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit. Beide Modelle verfolgen unterschiedliche Ziele. Die oft gehörte Frage, was denn jetzt besser ist, stellt sich nicht. Bestenfalls sollte Beides miteinander laufen. Mit der betrieblichen Altersvorsorge baue ich mir eine zusätzliche monatliche Rente für meine Zeit nach dem Erwerbsleben auf. Mit dem Zeitwertkonto steuere ich flexibel mein Erwerbsleben. Eine gute Work-Life-Balance brauche ich als Rentner nicht mehr.

 

1.4. Abgrenzung Zeitwertkonto und Altersteilzeit

Bei der Altersteilzeit handelt es sich, in der Form des Blockmodells, grundsätzlich auch um ein Wertkonto. Der Arbeitnehmer arbeitet in Vollzeit, verzichtet auf einen Teil seines Gehaltes, welches auf ein Wertkonto eingezahlt wird.

Nach dem Arbeitsteilzeitgesetz (AltTZG) können Arbeitnehmer ihre regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit ab dem 55 Lebensjahr vor Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand um die Hälfte reduzieren. Dabei zahlt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zum halbierten Gehalt zusätzliche Aufstockungsbeträge.
Damit hat das AltTZG grundsätzlich nichts mit Wertkonten zu tun.

In der Praxis wird jedoch das Blockmodell am häufigsten angewendet. Der Arbeitnehmer arbeitet im ersten Block, in der Ansparphase, voll. Im zweiten Block, der Freistellungsphase, arbeitet er gar nicht. In dieser Zeit baut er sein Wertguthaben aus der Ansparphase ab. Er bekommt in der gesamten Zeit sein halbiertes Arbeitsentgelt plus Aufstockungsbeträge des Arbeitgebers. Hier entspricht die Altersteilzeit einem Wertkonto.

Eine Kombination aus Altersteilzeit und Zeitwertkonto ist auch möglich. 

 

1.5. Was gibt es rechtlich zu beachten

Steuerrechtlich gibt es keine speziellen gesetzlichen Vorschriften zu Zeitwertkonten. Es gelten die allgemeinen gesetzlichen Regelungen. Insbesondere § 6 EstG bezüglich der Bildung von Rückstellungen ist hier zu beachten. Relevant in dieser Hinsicht ist auch das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 11.11.1999.

Sozialversicherungsrechtlich gibt es hingegen umfangreiche Regelungen. Diese umfassen die Abgrenzung von Wertguthabenvereinigungen zu anderen Arbeitszeitkonten, den Anspruch auf Verwendung des Wertguthabens für gesetzliche Freistellungszwecke, dass Wertguthaben in Geld zu führen und gegen Insolvenz zu schützen sind, Regelungen über das Wertguthaben nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und die Beschränkung der Guthabenanlage incl. Werterhaltungsgarantie während der Freistellungsphase.

Nach den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen sind unterschiedliche Fälle zu unterscheiden: 

  • Ansparphase: In der Ansparphase baut der Arbeitnehmer baut Teilen seines Gehaltes sein Wertguthaben auf. Dies geschieht zur Zeit seiner aktiven Beschäftigung
  • Freistellung: Die Freistellungsphase ist die planmäßige Verwendung des Wertguthabens, in der das Arbeitsverhältnis weiterhin besteht und der Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht befreit ist. Dabei wird sein laufendes Gehalt dem Wertguthaben entnommen.
  • Vorzeitiges Ausscheiden: Der so genannte „Störfall“ tritt klassischerweise bei Kündigung, Insolvenz des Arbeitgebers oder Tod ein.
  • Ausscheiden aus Altersgründen: Obwohl noch Geld auf dem Zeitwertkonto liegt, wird das Arbeitsverhältnis endgültig beendet.

Für diese unterschiedlichen Phasen kommen unterschiedliche steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorschriften zur Anwendung. 

 

1.6. Wer kann ein Zeitwertkonto nutzen

Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Schreiben vom 17.06.2009 genau geregelt, wer an einem Wertkontenmodell teilnehmen darf. Dies sind alle Arbeitnehmer im Sinne des § 1 LStDV (Lohnsteuer-Durchführungsverordnung). „Normale“ Angestellte eines Unternehmens können demnach Teile ihres Gehaltes lohnsteuerfrei in ein Wertguthabenkonto überführen.

Einige Personen sind jedoch von dieser Regelung ausgeschlossen. Dies sind die Organe der Gesellschaft (Vorstände, [Gesellschafter-] Geschäftsführer) und als Arbeitnehmer beschäftigte beherrschende Anteilseigner. Auch befristet Beschäftigte können von der Nutzung des Kontos ausgeschlossen werden. In der Praxis kommt dies fast immer vor.

Auch geringfügig Beschäftigte können an einem Wertkontenmodell teilnehmen.

 

1.7. Die Wertguthabenvereinbarung

Die Wertguthabenvereinbarung ist die arbeitsrechtliche Einführung von Wertkonten. Allein der Arbeitgeber entscheidet darüber, ob ein Wertkontenmodell eingerichtet werden soll. Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf die Einführung von Zeitwertkonten, im Gegensatz zur betrieblichen Altersvorsorge.

Die Einführung einer Wertguthabenvereinbarung kann auf verschiedene Weise geschehen. Wichtig ist in jedem Fall die Schriftform. Die Einführung kann über einzelvertragliche Vereinbarungen, eine Gesamtzusage, eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag geregelt sein.

Die allgemeinen Rahmenbedingungen für das Wertkontenmodell sollten da bereits geregelt werden, z.B. Einzahlungsmöglichkeiten, Freistellungsmöglichkeiten und teilnehmender Personenkreis. Der Arbeitgeber muss sich zwar an die Möglichkeiten des SGB IV halten, er ist in der Ausgestaltung jedoch frei.

Der Arbeitnehmer muss weiterhin erklären, welche Gehaltsbestandteile er in welcher Höhe auf das Konto einzahlt. Dies geschieht mit einer entsprechenden Einbringungsvereinbarung (Umwandlungsvereinbarung).

Später werden die Details der Freistellung in einer Freistellungserklärung geregelt.

 

 

1.7.1. Einzelvertragliche Vereinbarung – Gesamtzusage

Wie es der Name schon sagt, kann die Einführung eines Wertkontos durch eine einzelvertragliche Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer durch Unterzeichnung einer Wertguthabenvereinbarung zu Stande kommen. Dazu ist es nicht notwendig, dass dieses mit jedem Arbeitnehmer einzeln gemacht wird. Es genügt auch ein zugänglich (öffentlich) machen der Rahmenvereinbarung für jeden Arbeitnehmer. (Aushang am Schwarzen Brett, Verkündung bei einer Betriebsversammlung oder Veröffentlichung im Intranet). Man spricht dann von einer Gesamtzusage.

Nimmt ein Arbeitnehmer die Teilnahme, z.B. durch Unterzeichnung der Umwandlungsvereinbarung, an, so wird die Wertguthabenvereinbarung Bestandteil seines Arbeitsvertrages. Dies ist die häufigste Form in Unternehmen, die keinen Betriebsrat haben.

Wichtig auch hier wieder; die Schriftform und das eigenhändige Unterschreiben beider Parteien. Zudem muss die Wertguthabenvereinbarung zwingend Regelungen zum Zweck und Ziel der Arbeitszeitflexibilisierung, der Art der Freistellung und zur Angemessenheit und Höhe des Freistellungsgehaltes enthalten.

Im Normalfall unterzeichnet der Mitarbeiter bei seiner erstmaligen Teilnahme eine Umwandlungsvereinbarung, in der steht, dass er am Wertkontenmodell teilnimmt und die Regelungen derselben zur Kenntnis genommen hat. Damit sind alle Vorgaben erfüllt.

 

1.7.2. Betriebsvereinbarung / Tarifvertrag

Hat ein Unternehmen einen Betriebsrat, bietet sich an, dass zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung geschlossen wird. Diese Betriebsvereinbarung wird dann für alle Arbeitnehmer, mit Ausnahme der leitenden Angestellten, verbindlich. Die Wirksamkeit für die leitenden Angestellten erreicht man durch eine Vereinbarung mit dem Sprecherausschuss. Auch hier gelten die allgemeinen Bestimmungen über Wertkontenvereinbarungen.

Beim Abschluss einer Betriebsvereinbarung sind die Vorschriften des BetrVG zu beachten.

Betriebsrat und Arbeitgeber haben in den meisten Fällen den gemeinsamen Wunsch den Arbeitnehmern das Modell der Zeitwertkonten anzubieten. Daher sorgt eine Beteiligung und Mitbestimmung des Betriebsrates in fast allen Fällen zu einer hohen Akzeptanz bei der Belegschaft und zu hohen Implementierungsraten.

 In einigen Branchen haben sich der Arbeitgeberverband und die Gewerkschaften für die Einführung von Zeitwertkonten entschieden. Oftmals regelt der Tarifvertrag nur den Gestaltungsspielraum. Es empfiehlt sich daher in der Praxis für jedes Unternehmen eigene Regeln festzulegen.