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Zeitwertkonten und ihre maßgeblichen Unterschiede zur Gleitzeit

Zeitwertkonten und ihre maßgeblichen Unterschiede zur Gleitzeit

Wer sich heute mit den unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen befasst, erkennt schnell, dass das Arbeiten im klassischen Angestelltenverhältnis heute deutlich vielseitiger geworden ist. Dennoch (oder vielleicht gerade deswegen?) werden hier viele Begriffe manchmal durcheinandergewürfelt.

Vor allem zwischen der bekannten „Gleitzeit“ und dem modernen Modell der Zeitwertkonten kommt es hier immer wieder zu Verwechslungen. Im Folgenden soll auf die besonderen Charakteristika beider Varianten eingegangen werden. Gleichzeitig zeigt sich, weswegen Arbeitgeber gut beraten sein können, ihren Mitarbeitern diese moderne Form des Arbeitszeitmodells anzubieten.

Die Entwicklung der Arbeitszeitmodelle: der Trend zu mehr Flexibilität

Die Arbeitswelt unterliegt seit vielen Jahren einem besonderen Wandel. Während es früher noch der klassische „9 to 5“-Job war, der die Familie (im Idealfall) ernährt hatte, und für den die Arbeitnehmer noch das Haus verlassen mussten, gestaltet sich das Procedere hier mittlerweile weitaus flexibler.

So bieten moderne Unternehmen ihren Angestellten die Möglichkeit, sich eine angenehme Work-Life-Balance aufzubauen. Das Zeitwertkonto kann hier in gewisser Weise als das Ende einer Entwicklung angesehen werden, die die Lebensqualität des Arbeitnehmers immer mehr fokussiert hat.

Doch bis hierhin war es ein langer Weg. Schließlich galt auch „damals“ bereits die Gleitzeit als kleine „Revolution“. Immerhin bot sie den Menschen die Möglichkeit, an einem Tag länger zu arbeiten, um am nächsten Tag früher in den Feierabend (oder in das wohlverdiente Wochenende) zu starten. Mit dem Zeitwertkonto gehen Unternehmen noch einen Schritt weiter. Denn: wer hier ausreichend Guthaben sammelt, kann sich entweder über einen längeren Zeitraum freinehmen oder – besagtes Guthaben vorausgesetzt – sogar früher in Rente gehen.

Kurz: die Arbeitswelt hat sich an die Ansprüche ihrer Protagonisten angepasst… und wird dies – aller Wahrscheinlichkeit nach – auch in Zukunft noch tun.

Was bedeutet eigentlich Gleitzeit?

Damit ein Gleitzeitmodell funktionieren kann, muss im ersten Schritt eine sogenannte „Rahmenarbeitszeit“ festgesetzt werden. Diese umfasst den Zeitraum, in dem der betreffende Mitarbeiter überhaupt arbeiten darf. Vor allem dann, wenn das Gleitzeitmodell in einem Unternehmen mit Öffnungszeiten angeboten wird, sind die entsprechenden Fenster oft stark begrenzt. Wer kundenunabhängig arbeitet, ist hier oft ein wenig flexibler.

Die „Kernzeit“, die im Zusammenhang mit der Gleitzeit ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, beschreibt den Zeitraum, in dem der Arbeitnehmer anwesend sein muss, während die „Normalarbeitszeit“ – wie der Name schon sagt – den normalen Beginn und das normale Ende aufzeigt.

Die Flexibilität, die sich mit Hinblick auf die Gleitzeit zeigt, bezieht sich darauf, dass der betreffende Mitarbeiter auf der Basis seines Gleitrahmens selbst bestimmen kann, wann und (meist auch) wie lange er arbeitet.

Arbeitet ein Angestellter beispielsweise zu Stoßzeiten länger, kann ihm dies – je nach Regelung – auf seiner Guthabenseite gutgeschrieben werden. Im Umkehrschluss sorgt eine zu kurze Arbeitszeit dafür, dass das Pensum entsprechend nachgeholt werden muss.

Der Unterschied zum Zeitwertkonto

Die Bestimmungen, die im Zusammenhang mit dem modernen Zeitwertkonto gelten, gehen noch einen Schritt weiter. Denn: sie bieten dem Arbeitnehmer noch ein wenig mehr Flexibilität, sorgen für eine ausgeglichenere Work-Life-Balance und zeigen ihre Vorteile oft langfristig.

Denn: mit Hilfe eines Zeitwertkontos können auch längere Auszeiten finanziert werden. Hierbei handelt es sich um eine tolle Möglichkeit, um beispielsweise eine Weltreise anzutreten, früher in den Ruhestand zu starten oder schlicht „das Leben zu genießen“. Das Prinzip: das Gehalt bzw. die Arbeitszeit wird als Guthaben auf dem Zeitwertkonto angespart und kann natürlich auch bei einem Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber in der Regel mitgenommen werden.

Zusammengefasst zeigt der direkte Vergleich: ein Gleitzeitkonto zeigt seine Vorzüge dann, wenn ein einzelner Tag bzw. ein kürzerer Zeitraum freigenommen werden soll. Zeitwertkonten arbeiten auf längerer Basis und können damit einen noch größeren Teil zu einer gesteigerten Lebensqualität beitragen. Viele Unternehmen verbinden mittlerweile auch beide Varianten, indem sie sowohl Gleitzeit- als auch Zeitwertkonten in Kombination miteinander anbieten.

Zeitwertkonten machen Arbeitgeber attraktiv

In einer Zeit des Active Sourcing, in der qualifizierte Fachkräfte gefragter denn je sind, scheint es fast so, als habe sich der Bewerbungsprozess in vielen Branchen umgekehrt. Oder anders: je nach Qualifikation bewirbt sich das Unternehmen mittlerweile beim Kandidaten und nicht mehr umgekehrt.

Umso wichtiger ist es natürlich, sich als Arbeitgeber von der „perfekten Seite“ zu zeigen und sich so von der Masse der Konkurrenz abzuheben. Nicht nur junge Leute wissen hier ein hohes Maß an Flexibilität durchaus zu schätzen.

Eine gesteigerte Lebensqualität und eine ausgeglichene Work-Life-Balance mit einer entsprechenden Flexibilität sind hier oft mehr wert als das Gehalt. Dementsprechend lohnt es sich auch, gerade mit Hinblick auf das Ziel, sich als Arbeitgeber attraktiv in Szene zu setzen, sich mit den Vorteilen der Zeitwertkonten auseinanderzusetzen.

Welches Modell ist „besser“ für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren zu einem hohen Maße vom modernen Zeitwertkonto. Immerhin steht dieses nicht nur für Flexibilität, sondern oft auch für…:

  • eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit
  • eine (entsprechend oft) geringere Fluktuation
  • eine gesteigerte Produktivität.

Dennoch ist es schwer, beim direkten Vergleich zwischen Zeitwert- und Gleitzeitkonto von einer „besseren Variante“ zu sprechen. Immerhin bietet auch das klassische Gleitzeitkonto seine Vorteile.

Besonders vorteilhaft ist es daher, beide Modelle miteinander zu verbinden und so die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter auf mehreren Ebenen zu steigern.

Diese profitieren dann von der Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag noch flexibler gestalten zu können, ohne sich Sorgen über finanzielle Engpässe, langes Nacharbeiten oder gar eine ungerechte Lohnstruktur machen zu müssen.

Zeitwertkonten einrichten: das sollten Sie beachten

Beim Einrichten von Zeitwertkonten sollte immer auf die Arbeit eines kompetenten Beraters vertraut werden. Dieser ist nicht nur dazu in der Lage, alle Vorteile des modernen Systems – sowohl für Mitarbeiter als auch für Unternehmen – zu erläutern, sondern berücksichtigt auch individuelle Gegebenheiten.

Denn: trotz eines klassischen Procederes basieren viele Bereiche des Zeitwertkontos nicht auf einheitlichen Standards. Um hier verantwortungsvoll mit den Daten der Mitarbeiter und ihrem angesparten Guthaben umgehen zu können, braucht es Kompetenz, Know-How und Individualität.

Nehmen Sie sich daher auch ein wenig Zeit, um sich über alle Vorgaben im Bereich „Sozialversicherung“, „Insolvenz“ und „Anlage“ zu informieren, um dementsprechend die Vorteile umfassend nutzen zu können.

Danach macht es sicherlich noch ein wenig mehr Spaß, sich mit dem eigentlichen Sinn des Guthabens zu befassen. Was möchten Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen? Möchten Sie Ihre Elternzeit genießen? Reisen? Entspannen?

Zeitwertkonten beweisen immer wieder, dass der Arbeitnehmer und seine individuellen Wünsche heutzutage glücklicherweise mehr denn je im Fokus stehen.