(0591) 9154506 info@foresight.gmbh
Praktische Beispiele – wohin mit dem Zeitwertkonto Guthaben?

Praktische Beispiele – wohin mit dem Zeitwertkonto Guthaben?

Es hört sich verlockend an: Zeitwertkonten bieten die Möglichkeit, die eigene Arbeitszeit an den jeweiligen Bedarf des Unternehmens anzupassen und gleichzeitig von einem früheren Ruhestand oder einer längeren Auszeit profitieren zu können.

Doch was bedeutet dies eigentlich in der Praxis? Wann kann das Guthaben, das sich auf dem betreffenden ZWK befindet, angetastet werden?

Fest steht: ein Zeitwertkonto bietet seinem Nutzer (und in gewisser Weise auch dem dazugehörigen Arbeitgeber) ein hohes Maß an Flexibilität.

Zeitwertkonto oder Überstundenkonto – wann lohnt sich was?

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Zeitwert- und Überstundenkonten ist die Tatsache, dass auf dem Überstundenkonto Zeit gesammelt wird, die dann wiederrum vergleichsweise kurzfristig dazu eingesetzt werden kann, um zum Beispiel einen Nachmittag auf der Gamescom, mit Freunden beim Shoppen oder mit der Familie im Zoo zu verbringen.

Hier geht es meist darum, wenige Stunden „abzufeiern“ und sich so eine kleine Pause vom stressigen Alltag zu gönnen. Soll besagte Pause dann doch ein wenig größer sein und sich auf ein Jahr (oder mehrere Jahre) ausdehnen, kann dieser Zeitraum nicht mehr über das Überstundenkonto gestemmt werden. Dieses wird ohnehin meist am Monatsende auf einen bestimmten Mindestwert gekappt.

Wer sicherstellen möchte, dass er sich eine längere Auszeit gönnen kann, sollte sich für ein Unternehmen entscheiden das, vielleicht parallel zum klassischen Überstundenkonto, auch ein ZWK anbietet.

Doch für welche Zwecke kann Letzteres eigentlich verwendet werden? Die folgenden Beispiele zeigen auf, wie vielseitig die entsprechenden Optionen hier sind. Selbstverständlich sind auch noch weitere Möglichkeiten der Gestaltung der „zusätzlichen Zeit“ denkbar.

Beispiel Nr. 1: das Sabbat Jahr

Das Sabbat Jahr ist in den USA unter anderem als „sabbatical“ bekannt und erfreut sich mittlerweile auch hier einer besonderen Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um eine längere Auszeit, die sich tatsächlich über circa ein Jahr erstreckt und beispielsweise für eine Weltreise, einen Trip durch den Dschungel oder wochen- bzw. monatelanges Reisen mit dem Wohnmobil genutzt werden kann.

Viele Menschen, die einmal ein Sabbat Jahr genossen haben, profitierten nicht nur von einer Vielzahl an unterschiedlichen Eindrücken, sondern kommen auch mit einem erweiterten Horizont zurück zu ihrem Arbeitsplatz. Wie alle anderen, die sich für eine Auszeit auf der Basis eines Zeitwertkontos entschieden haben, genießen sie zudem den Vorteil, sich keine Sorgen über ihre finanziellen Bezüge während dieser Zeit machen zu müssen.

Beispiel Nr. 2: die Elternzeit

Das Kind ist da und das Leben steht Kopf! Oftmals ist es auch gerade den Vätern ein persönliches Anliegen, diese spannende Zeit mit ihrer kleinen Familie erleben zu dürfen.

Wer hier möglichst wenig verpassen möchte, kann sich selbstverständlich auch dazu entschließen, die Zeit, die sich auf dem ZWK befindet, im ersten Lebensjahr des Kindes abzufeiern. Selten war es einfacher, das eigene Leben mit mehr „Quality Time“ zu versehen und sich gleichzeitig keine Sorgen über finanzielle Aspekte machen zu müssen.

Beispiel Nr. 3: der frühere Ruhestand

Das Arbeiten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter kann – vor allem gegen Ende – anstrengend werden. Wer hier bereits auf der Basis eines Zeitwertkontos vorgesorgt hat, ist klar im Vorteil.

Denn: je nachdem, wie viel Zeit er bzw. sie gesammelt hat, ist es möglich, den Renteneintritt (mehr oder weniger) deutlich nach vorne zu verlegen. Die Zeit, die somit als Freizeit zur Verfügung steht, kann dann wiederrum mit vielen Highlights befüllt werden. Von Reisen bis hin zur Suche nach neuen Hobbys ist hier alles erlaubt.

Fazit: ein Zeitwertkonto kann die Lebensqualität verbessern

Vielen Menschen ist ein hohes Maß an Lebensqualität in der heutigen Zeit weitaus wichtiger als Geld. Das moderne ZWK beweist in diesem Zusammenhang, dass es durchaus möglich ist, das Glücksgefühl über einen frühen Feierabend noch mehr auszuweiten.

Längere Zeitspannen, die dem Arbeitnehmer auf der Basis eines Zeitwertkontos zur Verfügung stehen, helfen dabei, das Leben – egal, ob kurz vor der Rente oder mitten im Berufsleben – noch umfangreicher zu genießen und (zumindest über den entsprechenden Zeitraum) genau so gestalten zu können, wie es am besten zu den eigenen Vorlieben passt.

Welche Vorteile bietet ein Zeitwertkonto für den Arbeitgeber?

Im Zusammenhang mit Zeitwertkonten ist immer wieder von den zahlreichen Vorteilen die Rede, die diese Art des „Zeit Ansparens“ für die Arbeitnehmer bietet. Aber: Zeitwertkonten bieten auch dem Arbeitgeber eine lange Liste an Vorteilen, die gegebenenfalls auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich sind.

Immer wieder ist von „mehr Flexibilität“, einem „früheren Ruhestand“ und weiteren Annehmlichkeiten die Rede. Dabei kann das moderne ZWK noch viel mehr!

Die folgenden Punkte dürften dafür sorgen, dass sich viele Unternehmen mit der Frage „Soll ich meinen Mitarbeitern ein ZWK ermöglichen?“ auseinandersetzen. Fest steht: wer Modernität mit einer gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit kombinieren möchte, profitiert mit dem Zeitwertkonto in vielerlei Hinsicht – weitestgehend unabhängig von Mitarbeiteranzahl und Branche.

Vorteil Nr. 1: zufriedene Mitarbeiter

Unabhängig davon, wie gern Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten: Freizeit und die so oft zitierte „Work Life Balance“ sind Gold wert. Wer weiß, dass längere Auszeiten, die zum Beispiel im Rahmen der Elternzeit oder für ein Sabbath Jahr genutzt werden können, von betrieblicher Seite aus kein Problem darstellen, fühlt sich meist noch wohler in seinem Unternehmen.

Zufriedene, ausgeglichene Arbeitnehmer arbeiten meist effektiver und geben die positive Stimmung oft auch an Kunden weiter.

Vorteil Nr. 2: ein positives Image

Viele Fachkräfte verfügen heutzutage über die Möglichkeit, sich ihr Unternehmen aussuchen zu dürfen. Ein ZWK kann dabei helfen, den eigenen Betrieb noch attraktiver zu machen. Gerade dann, wenn ein Arbeitnehmer einen früheren Eintritt in die Rente plant oder gern für ein Jahr pausieren möchte, könnte die Zeitwertkonto-Option das berühmte „Zünglein an der Waage“ sein.

Vorteil Nr. 3: eine bessere Planbarkeit

Eine optimale Planbarkeit und die Möglichkeit, Mitarbeiter – beispielsweise saisonal – gezielt einsetzen zu können, kann die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens verbessern.

Das Guthaben eines ZWK lässt sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt abrufen, so dass längere Auszeiten problemlos geplant werden können. Der Arbeitgeber profitiert davon, sich vergleichsweise früh um Ersatz bzw. Neueinstellungen kümmern zu können. Der zeitweise Verlust eines Mitarbeiters wird so effektiv aufgefangen.

Vorteil Nr. 4: ideal auf Auftragsschwankungen vorbereitet

Viele Unternehmen erleben regelmäßig „Boom“-Zeiten und Auftragsflauten. Ein Zeitwertkonto bildet die ideale Basis für flexibles Reagieren. Mitarbeiter können beispielsweise zu Stoßzeiten Guthaben sammeln, um dieses dann, wenn wieder ein wenig mehr Ruhe eingekehrt ist, „abzufeiern“.

Hieraus ergibt sich selbstverständlich keine finanzielle Mehrbelastung! Denn: die Zeit, die im zweiten Schritt für eine längere Auszeit genutzt wird, wurde im Vorfeld bereits abgearbeitet. Es entsteht lediglich eine Zeitspanne zwischen Leistung und Zahlung.

Vorteil Nr. 5: eine langfristige, dauerhafte Lösung mit Weitblick

Vor allem Unternehmen, die Wert darauflegen, die Einsätze ihrer Mitarbeiter langfristig zu planen und noch effektiver zu arbeiten, kommen mit einem ZWK nachhaltig auf ihre Kosten.

Denn: da das Zeitwertkonto nicht für den früheren Feierabend am Freitag oder das verlängerte Wochenende, sondern vielmehr für längere Auszeiten von mehreren Monaten genutzt wird, überzeugt diese Lösung auf gleich mehreren Ebenen.

Selbstverständlich sind die Unternehmen der Planung der Arbeitnehmer jedoch nicht „ausgeliefert“. Auch im Zusammenhang mit einem gut gefüllten ZWK müssen die entsprechenden Auszeiten natürlich miteinander besprochen und genehmigt werden. Wie so oft ist es auch hier der Faktor Kommunikation, der zu einem reibungslosen Ablauf beiträgt.