Ausgleichszahlung bei Scheidung?

Ausgleichszahlung bei Scheidung?

Spätestens dann, wenn eine Ehe in die Brüche geht, zeigt sich, dass eine Scheidung nicht nur emotional fordernd, sondern auch kostspielig sein kann.

Unter anderem sind Anwälte und Ex-Partner oft darauf bedacht, jeweils zum eigenen Vorteil zu handeln und – wenn möglich – maximalen Gewinn aus der Trennung zu generieren.

Frei nach dem Motto „Was mir zusteht, steht mir zu!“ begeben sich viele auf die Suche nach Werten, die im Rahmen der besagten Scheidung aufgeteilt werden können bzw. müssen.

Nachdem hier (meist im ersten Schritt) Sparbuch und Girokonto, Bausparvertrag und Co. gecheckt wurden, fokussieren sich einige Menschen unter anderem auch auf das Zeitwertkonto des Ex-Partners. Je nachdem, wann dieses ins Leben gerufen wurde, hat sich hier immerhin oft ein beachtlicher Betrag angesammelt.

Doch was passiert mit dieser Summe eigentlich dann, wenn eine Ehe in die Brüche geht? Hat der Ex-Partner Anspruch auf einen Teil der Summe? Immerhin lassen die aktuellen Vorgaben, die beispielsweise im Bereich der Altersvorsorge vorherrschen, genau hierauf schließen. Oder nicht?

Ein grundlegender Unterschied: Zeitwertkonten sind KEINE Altersvorsorge!

Grundsätzlich gilt, dass es sich bei einem Zeitwertkonto NICHT um eine Art von Altersvorsorge handelt!

Daher ist es grundsätzlich nicht möglich, das Konto mit der besagter Altersvorsorge und deren Handhabung im Rahmen einer Scheidung zu vergleichen.

So können alle Besitzer und Besitzerinnen eines Zeitwertkontos aufatmen: im Rahmen eines etwaigen Versorgungsausgleichs wird dieses Konto nicht beachtet. Das Guthaben, das hierauf angesammelt wurde, steht allein dem Einzahlenden zur Verfügung.

Ein Urteil aus dem Jahre 2019 bestätigt diese Vorgehensweise. Hier wurde durch das Oberlandesgericht Koblenz im Rahmen einer Verhandlung festgelegt, dass der Ex-Partner kein Anrecht auf Teile des eingezahlten Geldes hat.

Weshalb geht des Ex-Partner mit Hinblick auf das Zeitwertkonto leer aus?

Im Rahmen des Urteils, das seitens des Oberlandesgerichts gefällt wurde, wurde abermals verdeutlicht, dass es der Sinn eines Zeitwertkontos ist, dem betreffenden Arbeitnehmer Auszeiten, zum Beispiel im Rahmen von:

  • Elternzeiten
  • verlängerten Urlauben
  • einer Weltreise
  • Pflegezeiten
  • Weiterbildungen

usw. zu ermöglichen. Das Guthaben, das hier eingezahlt wird, sollte unter anderem dafür sorgen, dass sich der betreffende Arbeitnehmer während besagter Auszeiten keine Sorgen über seine finanzielle Situation oder eine bestehende Sozialversicherung machen muss.

Oder anders: sie dienen einem anderen Zweck als der Altersvorsorge und werden daher im Zuge eines Versorgungsausgleichs nicht berücksichtigt.

Wichtige Anlaufstellen: Wertguthabenvereinbarung, Flexi II Gesetz und kompetente Berater

Die Tatsache, dass im Rahmen einer Gerichtsverhandlung festgelegt wurde, wie im Falle einer Scheidung mit dem Guthaben auf einem Zeitwertkonto umzugehen ist, zeigt unter anderem, dass sich in diesem Bereich immer wieder Fragen ergeben, die sich nicht spontan beantworten lassen.

Spätestens seit der Einführung des Flexi II Gesetzes im Jahre 2009 gibt es jedoch eine zentrale Anlaufstelle für alle, die sich grundlegend über das Zeitwertkonto, seine Besonderheiten und Vorteile informieren möchten.

Eine eingehende Beratung rund um dieses spannende Thema, wie sie von der Foresight GmbH angeboten wird, geht jedoch noch einen Schritt weiter. Sie bietet Ihnen den Vorteil, sich spezifisch mit Themen rund um Störfälle und Sonderfälle, wie zum Beispiel einer Scheidung, auseinandersetzen zu können.

Sprechen Sie uns gern mit Hinblick auf Ihre individuellen Fragen an, damit wir Sie unter anderem auch über all Ihre Rechte im Zusammenhang mit einem Zeitwertkonto aufklären können!


Versorgungsausgleich bei Scheidung?

Versorgungsausgleich bei Scheidung?

Unlängst schaffte es das Zeitwertkonto wieder einmal, ein wenig mehr mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Konkret ging es um die Frage, inwieweit das Guthaben auf einem solchen ZWK in Bezug auf einen Versorgungsausgleich im Rahmen einer Scheidung eine Rolle spielen könnte.

Die Überlegung ist – bei genauer Hinsicht – nicht wirklich abwegig. Immerhin wird auf einem solchen Zeitwertkonto über die Jahre hinweg oft ein beachtliches Guthaben gesammelt. Für manche scheint es daher selbstverständlich zu sein, dass der jeweilige Ex-Partner im Zuge des besagten Ausgleichs ein Recht hierauf habe.

Ein Gerichtsurteil unterstreicht jedoch nun das Gegenteil.

Weshalb können Guthaben auf Zeitwertkonten nicht zum Versorgungsausgleich herangezogen werden?

Die Begründung ist einfach: ein ZWK fällt nicht in die Kategorie der klassischen Altersvorsorge und darf daher auch bei einer Scheidung nicht entsprechend angetastet werden. Der jeweilige Ex-Partner kann also nicht von dem betreffenden Guthaben profitieren.

Im konkreten Fall wurde das Vorgehen von Oberlandesgericht Koblenz bestätigt. Dieses ordnete das Lebensarbeitszeitkonto in die Kategorie der Zeitwertkonten ein. Deren Zweck ist es vornehmlich, dem jeweiligen „Sparer“ längere Auszeiten, zum Beispiel im Rahmen einer Weltreise oder während der Elternzeit, zu gewährleisten. Es geht hierbei dementsprechend nicht um die typische Altersvorsorge, sondern vielmehr darum, dass das betreffende Guthaben mit Hinblick auf eine längere Freizeitphase genutzt werden kann.

Hierbei soll das ZWK sicherstellen, dass sich der betreffende Arbeitnehmer keine Sorgen um seine finanzielle Situation machen muss und seine zusätzliche Freizeit stattdessen in vollen Zügen genießen kann.

Und genau deswegen war auch das Oberlandesgericht der Meinung, dass das Guthaben, das sich auf einem solchen ZWK befindet, nicht im Zuge des besagten Versorgungsausgleichs angetastet werden darf.

Diese Entscheidung dürfte viele ZWK-Inhaber, die möglicherweise gerade in Scheidung leben und ähnliche Diskussionen führen müssen, ein wenig beruhigen. Rein rechtlich gesehen, hat der Ex-Partner keinen Anspruch.

Das Guthaben auf dem ZWK weiter erhöhen: so geht’s!

Grundsätzlich gilt: je mehr Guthaben sich auf dem Zeitwertkonto befindet, umso länger sind auch die Auszeiten, die der Konto-Inhaber in Anspruch nehmen kann. Hier kann es sich lohnen, vergleichsweise früh mit dem Sparen zu beginnen.

Die Möglichkeiten, die sich bieten, den Kontostand zu erhöhen, sind vielseitig! Egal, ob Überstunden, Weihnachtsgeld oder Boni: wer sich die betreffenden Summen nicht mit seinem Gehalt auszahlen lässt, sondern diese direkt einzahlt, profitiert noch von einem weiteren Vorteil. Denn: die jeweiligen Summen sind zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht sozialversicherungspflichtig. Erst dann, wenn der Arbeitnehmer die Summe, zum Beispiel im Rahmen eines Sabbatjahrs, in Anspruch nimmt, müssen sie auch entsprechend im Zuge der Sozialversicherungspflicht berücksichtigt werden.

Und keine Sorge: ein früher Start mit dem ZWK kann sich auch dann auszahlen, wenn möglicherweise in naher (oder ferner) Zukunft ein Arbeitgeberwechsel ansteht. Das Guthaben, das bis zum Zeitpunkt des letzten Arbeitstages bei einem Unternehmen hier angesammelt wurde, verfällt selbstverständlich nicht.


Vielmehr bietet sich unter anderem sogar die Möglichkeit, falls auch der neue Arbeitgeber ein ZWK Modell anbietet, die jeweilige Summe einfach mitzunehmen. Hierbei handelt es sich sicherlich um die unkomplizierteste Lösung. Doch selbst dann, wenn das neue Unternehmen kein Zeitwertkonto anbietet, gibt es noch weitere Optionen, die dafür sorgen, dass das Guthaben nicht verlorengeht.

Wer sich hier über seine Möglichkeiten informieren möchte, sollte sich immer mit einem kompetenten Fachmann kurzschließen. Die Mitarbeiter der Foresight GmbH helfen Ihnen hier gern weiter.