Wer sich – entweder aus Interesse oder aus beruflichen Gründen – mit Personalthemen auseinandersetzt, wird in der heutigen Zeit vergleichsweise schnell mit Zeitwertkonten konfrontiert.

Hierbei handelt es sich um eine moderne Form der (Zeit-)Abrechnung, die sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern viele verschiedene Vorteile bieten kann.

Doch wie können die Beteiligten hier eigentlich hier genau profitieren? Und welche Aspekte spielen bei der Frage „Zeitkonto – ja oder nein?“ eine besonders wichtige Rolle?

Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren

Ein besonderes Charakteristikum stellt es dar, dass beide Seiten – also Arbeitgeber und Arbeitnehmer – auf unterschiedlichen Ebenen vom klassischen Zeitwertkonto profitieren können. Und genau dieser Aspekt ist es auch, der dieses Modell so attraktiv macht. Egal, ob kleines oder großes Unternehmen und vollkommen unabhängig von der Branche: mit Hilfe des Zeitwertmodells kann die Mitarbeiterzufriedenheit (und damit in vielen Fällen auch die Produktivität) nachhaltig gesteigert werden.

Vorteil Nr. 1: Ein Arbeitgeber, der Zeitwertkonten für seine Mitarbeiter anbietet, wirkt oft attraktiver

In einer Zeit, in der Fachkräfte sich ihre Unternehmen meiste aussuchen können, ist es unerlässlich, sich als Arbeitgeber auf positive Weise zu etablieren. Die ehemals bekannte Rollenverteilung (der Kandidat bewirbt sich beim Unternehmen) erscheint hier oft umgekehrt. Denn: oftmals ist es das Unternehmen, das um seinen neuen Mitarbeiter in spe in Konkurrenz zu anderen Mitbewerbern tritt.

Wer hier mit einem besonderen „Extra“, wie zum Beispiel einem Zeitarbeitskonto aufwarten kann, ist oft klar im Vorteil. Immerhin erfreut sich dieses besondere Abrechnungsmodell mittlerweile einer gesteigerten Beliebtheit und wird dementsprechend oft als „Joker“ verwendet.

Vorteil Nr. 2: Zeitwertkonten können die Mitarbeiterzufriedenheit steigern

Ob ein Unternehmen sein Potenzial in vollem Umfang ausnutzt, ist zu einem großen Teil auch von der Mitarbeiterzufriedenheit abhängig. Arbeitnehmer, die mit ihrer aktuellen Situation zufrieden sind (und sich dementsprechend mit ihrem Job identifizieren können) arbeiten oft produktiver und ideenreicher.

Besonders der Faktor „Freizeit“ spielt hier natürlich eine entscheidende Rolle. Immerhin ist die Aussicht auf eine frühere Rente für viele ebenso verlockend wie der Luxus, auf Basis einer entsprechenden Vorarbeit bzw. Zeiteinteilung, einen längeren Urlaub antreten zu können.

Vorteil Nr. 3: Zeitwertkonten machen flexibel

Hierbei handelt es sich um einen weiteren Aspekt, der dafür gesorgt hat, dass Zeitwertkonten sich sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern einer besonderen Beliebtheit erfreuen.

Auf ihrer Basis lässt sich sowohl auf eventuelle Stoßzeiten (zum Beispiel in einigen Branchen in der Zeit vor Weihnachten) als auch auf klassische Phasen einer geringen Auslastung reagieren.

Dieser Vorteil bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter gezielt und effektiv einzusetzen und kann der Tätigkeit entsprechend noch mehr Sinn verleihen. Freie Phasen lassen sich dann wiederrum hervorragend dazu nutzen, noch etwas sorgenfreier auszuspannen, um dann wieder mit Schwung zu starten.

Vorteil Nr. 4: Das Aufbrauchen des Guthabens lässt sich an die Marktsituation anpassen

Abgesehen von Urlaubs- und Ferienzeiten ist die Auftragslage eines Unternehmens von vielen weiteren Aspekten abhängig. Manchmal sorgen unter anderem auch neue Trends dafür, dass die eigenen Umsätze zunächst zurückgehen und die Auslastung der Mitarbeiter in der Produktion entsprechend gering ausfällt.

Auch hier lassen sich die Vorteile des Zeitwertkontos nutzen. Denn: das Guthaben, das beispielsweise zu „Boom-Zeiten“ aufgebaut wurde, kann genau dann wieder – und ganz ohne „schlechtes Gewissen“ – abgebaut werden.

Oder anders: während die Marketing- und Produktentwicklungsabteilung im genannten Fall auf Hochtouren arbeitet, um die eigenen Produkte an die jeweiligen Trends anzupassen (und ihr Zeitwertguthaben füllt), verringert die Produktion ihr Guthaben. Das Ergebnis: zufriedene Mitarbeiter und ein sinnvoller Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Vorteil Nr. 5: Mehr Lebensqualität und eine – je nach Einteilung – frühere Verrentung

Egal, wie sehr ein Mitarbeiter seinen Job auch liebt: in der Regel erfüllt es auch mit Freude, an den Tag der Rente zu denken. Umso besser, wenn dieser vielleicht noch ein wenig früher als erwartet ansteht, oder?

Wer die Möglichkeiten seines Zeitwertkontos hier entsprechend ausnutzt, kann seine Verrentung gegebenenfalls deutlich – oft um mehrere Jahre – vorziehen. Mit einem solchen Ziel vor Augen macht es meist noch ein wenig mehr Spaß, jeden Morgen den Weg zum Arbeitsplatz anzutreten.