Viele Arbeitnehmer, die den allerletzten Arbeitstag ihres Lebens ein wenig nach vorne holen möchten, stellen sich die Frage, wie sich dieses Vorhaben möglichst ohne finanzielle Einbußen realisieren lässt. Häufig denken hier viele zunächst an die klassische Altersteilzeit. Das Problem: genau die finanzielle Flexibilität, die sie ursprünglich angestrebt haben, bleibt aus. Denn: wer in Altersteilzeit arbeitet, muss in dieser Zeit auch ein niedrigeres Gehalt akzeptieren.

Ein Modell, das sich momentan einer besonders großen Beliebtheit erfreut und noch dazu mit zahlreichen Vorteilen aufwartet, ist das Zeitwertkonto.

Die (Frei-) Zeit, die hier direkt vor dem eigentlichen Einstieg in die Rente genutzt werden kann, wurde vorher – im wahrsten Sinne des Wortes – erarbeitet. Daher erklärt es sich von selbst, weswegen die Arbeitnehmer, die auf das Zeitwertkonto setzen, sich auch über ihre gewohnte Gehaltszahlung freuen dürfen.

Doch für wen ist das Zeitwertkonto eigentlich genau geeignet? Wer sollte sich überlegen, die entsprechenden Vorteile zu nutzen? Die folgenden Abschnitte zeigen auf, dass das ZWK tatsächlich über das Potenzial verfügt, die Zeit vor dem Ruhestand ein wenig zu revolutionieren.

Ganz wichtig: Nicht alle Unternehmen bieten das Zeitwertkonto an!

Obwohl es sich beim Zeitwertkonto um ein Modell handelt, das durchaus auch das Image eines Unternehmens verbessern kann, gibt es noch viele Arbeitgeber, die an weitaus klassischeren Modellen festhalten.

Daher ist es – bevor andere Überlegungen zur früheren Rente in den Raum gestellt werden – wichtig, sich zunächst mit den individuellen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Wer schon von Vornherein weiß, dass er auf die Vorteile eines ZWK zurückgreifen möchte und sich gerade mitten im Bewerbungsprozess befindet, sollte bei seiner letztendlichen Unternehmensauswahl natürlich ebenfalls auf dieses wichtige Detail achten.

Ideal für längere Auszeiten – nicht nur vor der Rente

Während es sich beim klassischen Gleitzeitkonto um eine wunderbare Möglichkeit handeln kann, freitags früher in den Feierabend zu starten, ist das Zeitwertkonto auf einen längeren Zeitraum ausgelegt.

Es kann zum Beispiel im Zusammenhang mit:

  • einem Sabbat Jahr

  • einer Weltreise

  • einem früheren Start in die Rente

und allgemein mit Hinblick auf längere Auszeiten – beispielsweise über mehrere Monate – genutzt werden.

Was sollte beim Aufbrauchen des Zeitwertkonto Guthabens beachtet werden?

Keine Frage: auch wenn den Arbeitnehmern die Zeit, die sie auf ihren Konten gesammelt haben, natürlich zusteht, bedeutet dies nicht, dass die entsprechenden Puffer jederzeit und „von heute auf morgen“ genutzt werden können.

Immerhin muss der Arbeitgeber auch die Chance haben, den Wegfall einer Kraft zu planen. Daher ist es wichtig, sowohl Mehrarbeitszeiten als auch das Aufbrauchen des Zeitwertkontos im Vorfeld zu besprechen.

Wie profitiert der Arbeitgeber vom ZWK?

Es wäre definitiv falsch, mit Hinblick auf Zeitwertkonten ausschließlich von Vorteilen für Arbeitnehmer zu sprechen. Auch Arbeitgeber können nachhaltig von dieser besonderen Kontoart profitieren.

Immerhin bietet sie ihnen die Möglichkeit, den Einsatz der Mitarbeiter optimal an die Auslastung anzupassen. Nicht nur für Unternehmen, die starken saisonalen Schwankungen unterworfen sind, handelt es sich hierbei um einen besonderen Vorteil.

Wer die Möglichkeit hat, die Arbeitszeiten seiner Belegschaft so zu setzen, dass sie optimal den Anforderungen des Betriebes entsprechen, arbeitet noch effizienter und kann sich meist auch über eine höhere Zufriedenheit innerhalb des Teams freuen.

Eine professionelle Beratung durch einen Fachmann kann Ihnen aufzeigen, wie auch Sie die Vorteile eines ZWK in Ihrem Betrieb nachhaltig nutzen können.