(0591) 9154506 info@foresight.gmbh
Für welche Arbeitnehmer ist das Zeitwertkonto geeignet?

Für welche Arbeitnehmer ist das Zeitwertkonto geeignet?

Der Trend rund um das Zeitwertkonto, kurz „ZWK“, ist ungebrochen. Und obwohl sich immer mehr Unternehmen (und auch Arbeitnehmer) über die entsprechenden Vorteile informieren, kommen mit Hinblick auf dieses spannende Thema immer wieder Fragen auf.

Eine von ihnen lautet: „Kann wirklich jeder Arbeitnehmer von den Vorzügen des Zeitwertkontos profitieren?“.

Genau dieser Überlegung soll in dem folgenden Artikel auf den Grund gegangen werden. Wer kann das ZWK nutzen? Und gestaltet sich das Vorgehen wirklich so unkompliziert?

Alle unbefristet Beschäftigten können vom Zeitwertkonto profitieren!

Grundsätzlich gilt, dass ein Unternehmen allen unbefristet beschäftigten Arbeitnehmern eine ZWK Nutzung anbieten können. Das bedeutet, dass die Vorteile dieser besonders flexiblen Form der Zeiteinteilung beispielsweise nicht an Berufserfahrung oder Aufgabenbereich gekoppelt sind. Selbstverständlich können somit auch Mitarbeiter, die sich in einer Teilzeitanstellung befinden, vom Konzept profitieren.

Die Betonung liegt in diesen Zusammenhang jedoch klar auf dem Wort „Mitarbeiter“ bzw. „Arbeitnehmer“. Denn: sobald sich die Chefs einer GmbH bzw. der Vorstand einer AG dazu entschließt, selbst die Vorteile eines ZWK nutzen zu wollen, bewegen sich die Betroffenen in einer rechtlichen Problemzone. Denn: ein entsprechendes Vorgehen wird als „verdeckte Gewinnausschüttung“ interpretiert.

Genau aufgrund solcher Regelungen ist es extrem wichtig, bei der Nutzung von Zeitwertkonten auf die Beratung eines Profis zu vertrauen. Ansonsten drohen rechtliche Konsequenzen. Die Mitarbeiter der Foresight GmbH beraten Sie gern und zeigen Ihnen auf, welche Möglichkeiten Ihnen in Ihrem individuellen Fall zur Verfügung stehen. Gleichzeitig verfügen wir selbstverständlich auch über ausreichend Erfahrung, Ihnen zu Alternativen zu raten, falls das Zeitwertkonto – aus welchen Gründen auch immer – für Sie nicht in Frage kommen sollte.

Denn: bei allen Vorzügen, die ein modernes ZWK seinen Nutzern bietet, sollte selbstverständlich niemals die rechtliche Seite vernachlässigt werden.

Das Zeitwertkonto und seine steuerlichen Vorteile in der Übersicht

Mitarbeiter, die sich in einer Festanstellung (egal, ob in Voll- oder in Teilzeit) befinden, können nachhaltig vom ZWK profitieren. Einmal eingerichtet, wird das Guthaben hier gesammelt, um dann irgendwann – zum Beispiel im Zuge einer längeren Auszeit – in Anspruch genommen zu werden.

Doch was bedeutet dies eigentlich in steuerlicher Hinsicht? Und wir kommt eine solche Gutschrift auf dem ZWK eigentlich zustande?

Klassische „Einzahlungsmöglichkeiten“ sind hier unter anderem:

. aus dem laufende Lohn/Gehalt

  • nicht-ausbezahlte Überstunden, die beispielsweise im Zuge von Stoßzeiten, wie im Weihnachtsgeschäft, anfallen
  • Resturlaub
  • Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld, das ebenfalls nicht ausgezahlt wird, sondern direkt auf das ZWK fließt
  • Boni/Tantiemen
  • Provisionen, die zum Beispiel für das Erreichen eines Verkaufsziels fällig würden, jedoch ebenfalls direkt auf das Zeitwertkonto überwiesen werden.

All diese Einzahlungen haben etwas gemein: der Arbeitnehmer verzichtet zum eigentlichen Fälligkeitsdatum auf die Auszahlung und lässt die Summe auf seinem ZWK verbuchen. Das Guthaben hier wächst so „ganz nebenbei“ an.

Steuerlich werden die Summen jedoch erst dann relevant, wenn das Guthaben auch in Anspruch genommen wird. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie dem ZWK gutgeschrieben werden, müssen sie hier noch nicht berücksichtigt werden. Die Folge: der Einkommenssteuersatz des betreffenden Arbeitnehmers wird geringer.

Sollten Sie Fragen rund um das ZWK, dessen Nutzung und Ihre individuellen Möglichkeiten in diesem Zusammenhang haben, stehen Ihnen die Mitarbeiter der Foresight GmbH selbstverständlich zur Verfügung!

Foto: vectorfusionart/Adobe Stock

Zeitwertkonto und Insolvenzsicherung – eine wichtige Kombination

Zeitwertkonto und Insolvenzsicherung – eine wichtige Kombination

Wer sich heutzutage für ein Arbeitsverhältnis in einem Unternehmen entschieden hat, das das Zeitwertkonto (und damit ein hohes Maß an Flexibilität) bietet, hat sich sicherlich schon das ein oder andere Mal gefragt, was wohl passieren würde, wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmelden müsste.

Die gute Nachricht: Unternehmen, die hier vorgesorgt und alle gesetzlichen Regelungen zum Thema beachtet haben, schützen so unter anderem auch das Zeitwertguthaben ihrer Mitarbeiter.

Die entsprechenden Regelungen hierzu sind in § 7e Abs. 1 SGB IV festgehalten. Hieran wird unter anderem klar ersichtlich, dass ein Unternehmen sogar dazu verpflichtet ist, die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen.

Das entsprechende „Sicherheitsnetz“ muss vor allem dann gespannt werden, wenn es keinen Anspruch auf ein etwaiges Insolvenzgeld gibt und/ oder das Guthaben auf dem ZWK Konto eines Mitarbeiters bei einer in § 18 SGB IV vorgeschriebenen, sogenannten „maximalen Bezugsgröße“ liegt.

Zeitwertkonto ohne Insolvenzschutz? Was passiert?

Unternehmen, die die Zeitwertkonten ihrer Mitarbeiter nicht gegen Insolvenz schützen, gehen ein hohes Risiko ein – und das in vielerlei Hinsicht.

Spätestens auch seit der Einführung von Flexi II hat sich hier einiges verändert. Die Verantwortung und die Pflichten eines Unternehmens, das Zeitwertkonten und die entsprechenden Vorteile anbietet, sind nun noch größer bzw. mehr geworden.

Dies zeigt sich unter anderem in der Tatsache, dass:

  • ein Arbeitnehmer immer das Recht hat, dass sein Arbeitgeber ihm die Sicherung seines Zeitwertguthabens nachweisen kann. Am besten sollte dies natürlich schriftlich erfolgen. Unternehmen, die sich weigern oder aus anderen Gründen nicht dokumentieren, dass eine entsprechende Insolvenzsicherung besteht, laufen Gefahr, dass der Arbeitnehmer von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht. Im schlimmsten Fall muss dann das Guthaben aufgelöst werden.
  • Unternehmen, die die Insolvenzsicherung der Zeitwertkonten ihrer Mitarbeiter vernachlässigen unter Umständen sogar Schadensersatz zahlen müssen.
  • weitere Instanzen Sorge dafür tragen können, dass das betreffende Unternehmen seinen Sicherungspflichten nachkommt. Werden hier Mängel entdeckt bzw. fand generell keine Sicherung statt, kann es auch zur Auflösung des ZWK Guthabens kommen.

Fest steht zudem: eine Insolvenz muss sich nicht lange im Vorfeld ankündigen. Manchmal werden Unternehmen binnen weniger Tage – aufgrund unvorhergesehener Zwischenfälle – zahlungsunfähig. Daher ist es – abgesehen von den gesetzlichen Bestimmungen – auch für die betreffenden Arbeitgeber immer beruhigender, auf eine fundierte Insolvenzsicherung des Zeitwertkontos vertrauen zu können.

Auf welche Konten bezieht sich eigentlich die Insolvenzsicherungspflicht?

Eine Insolvenz kann den Alltag eines Unternehmens und das Leben seiner Mitarbeiter deutlich ins Wanken bringen. Umso besser, wenn wenigstens die Zeitwertkonten geschützt sind.

Hierbei gilt, dass alle (!) ZWKs entsprechend geschützt werden müssen. Es reicht beispielsweise nicht aus, den Schutz lediglich auf neue Konten zu ziehen.

Wer umfassend und zum Wohle seiner Mitarbeiter handeln möchte, sollte den Schutz auf alle Zeitwertkonten – auch auf die, die schon seit Jahren existieren – ausweiten.

Alle Details, die mit Hinblick auf die Insolvenzsicherung und den Insolvenzschutz wichtig werden, sind selbstverständlich auch in den dazugehörigen Gesetzen fest verankert. Wichtige Details lassen sich unter anderem hier nachlesen:

  • § 7b SGB IV: Sicherung der Wertguthaben (einschließlich SV- Anteile des Arbeitgebers)
  • § 7b Abs. 3 SGB IV: Informationspflicht des AG
  • § 8a ATeilzG: Insolvenzsicherungspflicht AG
  • § 50 Abs. 1 InsO: Absonderungsberechtigte
  • §§ 1204 ff BGB: Pfandrechte

Praktische Beispiele – wohin mit dem Zeitwertkonto Guthaben?

Praktische Beispiele – wohin mit dem Zeitwertkonto Guthaben?

Es hört sich verlockend an: Zeitwertkonten bieten die Möglichkeit, die eigene Arbeitszeit an den jeweiligen Bedarf des Unternehmens anzupassen und gleichzeitig von einem früheren Ruhestand oder einer längeren Auszeit profitieren zu können.

Doch was bedeutet dies eigentlich in der Praxis? Wann kann das Guthaben, das sich auf dem betreffenden ZWK befindet, angetastet werden?

Fest steht: ein Zeitwertkonto bietet seinem Nutzer (und in gewisser Weise auch dem dazugehörigen Arbeitgeber) ein hohes Maß an Flexibilität.

Zeitwertkonto oder Überstundenkonto – wann lohnt sich was?

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Zeitwert- und Überstundenkonten ist die Tatsache, dass auf dem Überstundenkonto Zeit gesammelt wird, die dann wiederrum vergleichsweise kurzfristig dazu eingesetzt werden kann, um zum Beispiel einen Nachmittag auf der Gamescom, mit Freunden beim Shoppen oder mit der Familie im Zoo zu verbringen.

Hier geht es meist darum, wenige Stunden „abzufeiern“ und sich so eine kleine Pause vom stressigen Alltag zu gönnen. Soll besagte Pause dann doch ein wenig größer sein und sich auf ein Jahr (oder mehrere Jahre) ausdehnen, kann dieser Zeitraum nicht mehr über das Überstundenkonto gestemmt werden. Dieses wird ohnehin meist am Monatsende auf einen bestimmten Mindestwert gekappt.

Wer sicherstellen möchte, dass er sich eine längere Auszeit gönnen kann, sollte sich für ein Unternehmen entscheiden das, vielleicht parallel zum klassischen Überstundenkonto, auch ein ZWK anbietet.

Doch für welche Zwecke kann Letzteres eigentlich verwendet werden? Die folgenden Beispiele zeigen auf, wie vielseitig die entsprechenden Optionen hier sind. Selbstverständlich sind auch noch weitere Möglichkeiten der Gestaltung der „zusätzlichen Zeit“ denkbar.

Beispiel Nr. 1: das Sabbat Jahr

Das Sabbat Jahr ist in den USA unter anderem als „sabbatical“ bekannt und erfreut sich mittlerweile auch hier einer besonderen Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um eine längere Auszeit, die sich tatsächlich über circa ein Jahr erstreckt und beispielsweise für eine Weltreise, einen Trip durch den Dschungel oder wochen- bzw. monatelanges Reisen mit dem Wohnmobil genutzt werden kann.

Viele Menschen, die einmal ein Sabbat Jahr genossen haben, profitierten nicht nur von einer Vielzahl an unterschiedlichen Eindrücken, sondern kommen auch mit einem erweiterten Horizont zurück zu ihrem Arbeitsplatz. Wie alle anderen, die sich für eine Auszeit auf der Basis eines Zeitwertkontos entschieden haben, genießen sie zudem den Vorteil, sich keine Sorgen über ihre finanziellen Bezüge während dieser Zeit machen zu müssen.

Beispiel Nr. 2: die Elternzeit

Das Kind ist da und das Leben steht Kopf! Oftmals ist es auch gerade den Vätern ein persönliches Anliegen, diese spannende Zeit mit ihrer kleinen Familie erleben zu dürfen.

Wer hier möglichst wenig verpassen möchte, kann sich selbstverständlich auch dazu entschließen, die Zeit, die sich auf dem ZWK befindet, im ersten Lebensjahr des Kindes abzufeiern. Selten war es einfacher, das eigene Leben mit mehr „Quality Time“ zu versehen und sich gleichzeitig keine Sorgen über finanzielle Aspekte machen zu müssen.

Beispiel Nr. 3: der frühere Ruhestand

Das Arbeiten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter kann – vor allem gegen Ende – anstrengend werden. Wer hier bereits auf der Basis eines Zeitwertkontos vorgesorgt hat, ist klar im Vorteil.

Denn: je nachdem, wie viel Zeit er bzw. sie gesammelt hat, ist es möglich, den Renteneintritt (mehr oder weniger) deutlich nach vorne zu verlegen. Die Zeit, die somit als Freizeit zur Verfügung steht, kann dann wiederrum mit vielen Highlights befüllt werden. Von Reisen bis hin zur Suche nach neuen Hobbys ist hier alles erlaubt.

Fazit: ein Zeitwertkonto kann die Lebensqualität verbessern

Vielen Menschen ist ein hohes Maß an Lebensqualität in der heutigen Zeit weitaus wichtiger als Geld. Das moderne ZWK beweist in diesem Zusammenhang, dass es durchaus möglich ist, das Glücksgefühl über einen frühen Feierabend noch mehr auszuweiten.

Längere Zeitspannen, die dem Arbeitnehmer auf der Basis eines Zeitwertkontos zur Verfügung stehen, helfen dabei, das Leben – egal, ob kurz vor der Rente oder mitten im Berufsleben – noch umfangreicher zu genießen und (zumindest über den entsprechenden Zeitraum) genau so gestalten zu können, wie es am besten zu den eigenen Vorlieben passt.

Was passiert bei einer Kündigung mit dem Guthaben auf dem Zeitwertkonto?

Was passiert bei einer Kündigung mit dem Guthaben auf dem Zeitwertkonto?

Es mag sich ein wenig ernüchternd anhören, aber: die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arbeitnehmer bei dem Arbeitgeber, bei dem er ursprünglich seine Ausbildung absolviert hat, einmal in Rente gehen wird, ist gering.

Dementsprechend stellt sich unter anderem die Frage: „Was passiert mit einem eventuell mühsam zusammengesparten Zeitwertguthaben?“ Immerhin wurde hier meist über Jahre gesammelt, um dann „irgendwann“ einmal früher in Rente gehen oder sich zumindest eine längere Auszeit vom Job nehmen zu können.

Die gute Nachricht: das Guthaben, das sich zum Zeitpunkt der Kündigung auf dem Zeitwertkonto des betreffenden Mitarbeiters befindet, ist nicht verloren.

Vielmehr gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die für eine faire Lösung für alle Beteiligten sorgen sollen. Welche Option dabei die jeweils beste Entscheidung darstellt, ist von mehreren, individuellen Faktoren abhängig. Hier gilt es, genau abzuwägen.

Möglichkeit Nr. 1: das Übertragen des betreffenden ZWK Guthabens auf den nächsten Arbeitgeber

Hierbei handelt es sich um die (meist) beliebteste Möglichkeit. Denn: in vielen Fällen stellt es kein Problem dar, das angesammelte Guthaben auf dem Zeitwertkonto einfach auf den nächsten Arbeitgeber zu übertragen. Dieser muss mit dem entsprechenden Vorgehen natürlich einverstanden sein.

Danach ist es möglich, die sozialversicherungs- und steuerfreie Übertragung (meist binnen kurzer Zeit) vorzunehmen, so dass das ZWK beim neuen Arbeitgeber wieder zur Verfügung steht.

Möglichkeit Nr. 2: das Übertragen des Guthabens an den Deutschen Rentenversicherung Bund

In besonderen Fällen ist es auch möglich, das Wertguthaben des ZWK, das hier angesammelt wurde, auf die DRV Bund zu übertragen. Auch hier bleibt der Übertrag sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei.

Die entsprechenden Beiträge bzw. Steuern, werden – wie übrigens auch im Zusammenhang mit Möglichkeit Nr. 1 – erst dann fällig, wenn die Auszahlung des Guthabens vor Rentenbeginn erfolgt (Vorruhestand). Bis dahin kommt es zu keiner entsprechenden Belastung.

Einmal übertragen, wird das Zeitwertkonto des Arbeitnehmers dann – selbstverständlich unter der Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben – von der DRV Bund verwaltet. Ein weiteres Ansparen ist dann nicht mehr möglich.

Möglichkeit Nr. 3: der „Störfall“ und die Auszahlung des Guthabens

Unter einem „Störfall“ versteht man alles, was dafür sorgt, dass das angesparte Wertguthaben nicht wie geplant – dementsprechend für eine längere Auszeit – genutzt wird. Die Kündigung stellt hierbei einen absoluten Klassiker dar. Jedoch kann auch der Tod eines Arbeitnehmers oder der notwendige Eintritt in den Vorruhestand für besagten Störfall sorgen.

Im Falle der Kündigung kann das angesammelte Guthaben auch an den Arbeitnehmer ausgezahlt werden. Aber: in diesem Fall werden die oben erwähnten Steuern und Beiträge direkt abgezogen.

Ansonsten ist es nur im absoluten Notfall erlaubt, eine vorzeitige Auszahlung vorzunehmen. In einigen Fällen sorgt eine existenzielle Notlage dafür, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer diesen Schritt gemeinsam gehen.

Das Zeitwertkonto als langfristige Lösung mit „Plan B“

Wer sich mit den Charakteristika des Zeitwertkontos auseinandersetzt, erkennt schnell, dass das Prinzip auf einer langfristigen Basis beruht. Einige Interessenten schrecken daher vor der Inanspruchnahme eines ZWK zurück.

Immerhin steht nicht fest, wie lange sie im betreffenden Unternehmen arbeiten werden. Wer sich jedoch mit Hinblick auf seine Möglichkeiten rund um die Übertragung von ZWK Guthaben auseinandersetzt, erkennt schnell, dass auch das Zeitwertkonto nicht in Stein gemeißelt ist. Hierbei handelt es sich um eine Art des Sparens, die weitaus flexibler ist als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag.

Überstundenkonto oder Zeitwertkonto? Wie Unternehmen sich als moderne Arbeitgeber präsentieren können

Überstundenkonto oder Zeitwertkonto? Wie Unternehmen sich als moderne Arbeitgeber präsentieren können

Die Suche nach Mitarbeitern, die perfekt zum eigenen Anforderungsprofil passen, kann sich in der heutigen Zeit als besondere Herausforderung erweisen. Gerade dann, wenn sich Unternehmen auf der Suche nach Fachkräften o. ä. befinden, geht es oft darum, den betreffenden Bewerber von sich selbst zu überzeugen.

Nicht selten haben Arbeitnehmer in spe die Möglichkeit, sich zwischen mehreren Arbeitgebern zu entscheiden. Umso wichtiger ist es, sich von Vornherein als attraktives Unternehmen zu präsentieren.

Die Frage: „Wie kann ich mich vom Rest der möglichen Arbeitgeber meines Traum-Mitarbeiters abheben?“ ist heutzutage aktueller denn je. Ein Zeitwertkonto, kurz ZWK, bietet hier eine wunderbare Chance, seinen eigenen hohen Anspruch an ein modernes Arbeitsverhältnis zu unterstreichen.

Überstundenkonten gehören fast zum Standard, Zeitwertkonten gelten als flexible Lösungen

Das Prinzip, das sich hinter einem klassischen Überstundenkonto verbirgt, ist den meisten Arbeitnehmern bekannt: hier werden Stunden und Minuten auf einem Konto gesammelt.

Wer sich beispielsweise einen früheren Start ins Wochenende oder einen kurzen Arbeitstag gönnen möchte, kann sein Zeitguthaben, das er sich um Vorfeld durch Überstunden aufgebaut hat, „ankratzen“.

Der Nachteil: je nach den Regelungen, die zu diesem spannenden Thema im Arbeitsvertrag festgehalten wurden, kann es sein, dass:

  • das Guthaben am Ende eines Monats auf ein mögliches Maximum gekappt wird
  • nur kurze Auszeiten genommen werden können.

Wer sich und seinen Arbeitnehmern eine flexiblere Lösung bieten möchte, sollte sich mit dem modernen Zeitwertkonto auseinandersetzen. Dieses ist speziell auf längere Auszeiten ausgelegt und bietet so unter anderem Menschen, die einen früheren Ruhestand oder ein Sabbat Jahr planen, noch mehr Möglichkeiten.

ZWK können die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber erhöhen

Eine ausgeglichene Work-Life Balance ist vielen Arbeitnehmern mittlerweile wichtiger als ein hohes Gehalt oder Vermögenswirksame Leistungen. Gerade im Laufe der letzten Jahre hat sich der Markt hier kontinuierlich verändert.

Wer sich heute als moderner Arbeitgeber präsentieren möchte, muss dementsprechend umdenken und neue bzw. zusätzliche Standards setzen.

Die Möglichkeit, Zeit anzusparen und diese – selbstverständlich in Absprache mit dem jeweiligen Arbeitgeber – im Anschluss über einen längeren Zeitraum in Freizeit umzuwandeln, wird von vielen Arbeitnehmern und Bewerbern aus den unterschiedlichsten Branchen begrüßt.

Aber: natürlich schließt eine Lösung die andere hier nicht aus. Wer möchte, kann seinen Mitarbeitern auch beide Varianten bieten und so für noch mehr Flexibilität – sowohl im Zusammenhang mit kurzen als auch mit langen Auszeiten vom Job – sorgen.

Wie sieht das „perfekte“ Paket aus?

Die Suche nach Möglichkeiten, die dabei helfen, sich als moderner Arbeitgeber zu präsentieren, sind heutzutage vielseitiger denn je.

Dennoch wäre es falsch, anzunehmen, dass „ein bunter Mix aus allen Vorteilen“ rund um Zeitwert- und Überstundenkonto immer die optimale Lösung darstellen würde.

Viel wichtiger ist es, die jeweiligen Vorteile an die Gegebenheiten des Betriebs und die Erwartungen der Mitarbeiter anzupassen. So gibt es durchaus Branchen, in deren Zusammenhang sich das Angebot eines ZWK mehr lohnt als in anderen. Gerade dann, wenn ein Auftragsvolumen vergleichsweise gut geplant werden kann bzw. saisonale Charakteristika vorliegen, ist es meist sinnvoll, über das Einrichten eines Zeitwertkontos – vielleicht parallel zum klassischen Überstundenkonto – nachzudenken.

Auf der Suche nach Inspirationen, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern? Häufig helfen Umfragen dabei, noch schneller herauszufinden, was die Angestellten von ihrem Unternehmen erwarten.