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Welches Gesetz muss beim Einrichten eines Zeitwertkontos beachtet werden?

Ein Zeitwertkonto bietet sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern zahlreiche Vorteile. Wie im Zusammenhang mit anderen Personal-Bereichen gilt jedoch auch hier, dass unter anderem auch auf Gesetze Rücksicht genommen werden muss.

Vor allem das Arbeitsrecht spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Doch inwieweit sind ZWL und Gesetz eigentlich genau miteinander verbunden? Und welche Vorgaben sind relevant?

Dieser Artikel bezieht sich auf die rechtlichen Vorgaben, die mit Hinblick auf das Einrichten eines Zeitwertkontos eingehalten werden müssen. Wer sich als Arbeitgeber hier auf der sicheren Seite wissen möchte, ist dementsprechend gut beraten, sich bei der Einrichtung eines Zeitwertkonten-Systems in seinem Unternehmen von fachmännischer Seite unterstützen zu lassen.

Worauf – von gesetzlicher Seite – hierbei genau geachtet werden muss, wird in den folgenden Abschnitten zusammengefasst.

Arbeitsrechtliche und gesetzliche Vorgaben zur Einrichtung und Nutzung eines Zeitwertkontos – das sollten Sie wissen

Die Basis für die gesetzlichen Vorgaben rund um das ZWK bildet das sogenannte Flexi II Gesetz. Da es sich hierbei um besonders umfangreiche Vorgaben handelt, ist es sinnvoll, mit einem Experten zusammenzuarbeiten. Dieser hat alle Veränderungen im Blick und kann dementsprechend aktuell auf die jeweils gültigen Vorgaben reagieren.

Weitere wichtige Vorgaben, die per Gesetz und mit Hinblick auf die Nutzung eines Zeitwertkontos eine besondere Rolle spielen, sind:

  1. Das Geld, das mit Hinblick auf das ZWK angelegt wurde, muss insolvenzsicher sein. Somit hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Falle eines entsprechenden „Zwischenfalls“ dennoch auf sein Geld (bzw. die mit ihm verbundene Zeit) zugreifen zu können. Viele Unternehmen setzen hierbei auf eine Bürgschaft. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich für die Variante der Versicherung oder der Kapitaldeckung zu entscheiden.
  2. Die eingerichteten ZWKs müssen sich auf eine Dienst- bzw. Betriebsvereinbarung beziehen. Alternativ ist es auch möglich, einen Individualvertrag zwischen dem betreffenden Arbeitnehmer und dem Unternehmen aufzusetzen. Wichtig ist hierbei, dass alle wichtigen Fakten zum ZWK im betreffenden Dokument vermerkt werden.
  3. Das Wertguthaben, das im Zusammenhang mit einem Zeitwertkonto angelegt bzw. gesammelt wird, muss abgesichert sein. Auch dies geschieht über einen Vertrag.

Ein weiterer, wichtiger Punkt: auch wenn sich ein Mitarbeiter in einem Unternehmen besonders wohl fühlt, bedeutet dies nicht, dass der betreffende Arbeitnehmer hier bis zu seiner Rente angestellt sein wird. Manchmal können Krankheiten, Berufsunfähigkeit oder andere Ereignisse dafür sorgen, dass das System der regelmäßigen Einzahlung gestört wird. Daher sollte, ebenfalls über einen Vertrag, festgelegt werden, wie in diesen Fällen zu verfahren ist.

Gesetz und Zeitwertkonto: Lassen Sie sich am besten beraten!

Auch wenn es sich bei der Nutzung und dem dauerhaften Betrieb eines ZWKs um ein vergleichsweise unkompliziertes Unterfangen handelt, ist es wichtig, alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Dementsprechend lohnt es sich, sich umfassend über die aktuellen Gegebenheiten und seine individuellen Möglichkeiten aufklären zu lassen.

So kann sichergestellt werden, das die Zeitwertkonten des jeweiligen Unternehmens auf einer fundierten Basis aufbauen.

Welche Risiken sind mit einem Zeitwertkonto verbunden?

Grundsätzlich sind die Risiken, die mit einem Zeitwertkonto in Verbindung gebracht werden können, überschaubar. Dies gilt jedoch nur dann, wenn – gerade im Zusammenhang mit der Einrichtung des ZWK – auf einen Profi vertraut wird.

Denn: selbstverständlich müssen hier auch von gesetzlicher Seite einige Punkte beachtet werden, um die Vorteile des Zeitwertkontos legal und sicher zu nutzen.

Die folgenden Punkte zeigen die gängigsten Risiken, die mit Hinblick auf ein Zeitwertkonto entstehen können, auf und weisen gleichzeitig darauf hin, wie diese umgangen bzw. minimiert werden können.

Risiko Nr. 1: der Arbeitnehmer sammelt nur Zeit, ohne zu arbeiten

Hierbei handelt es sich um einen absoluten Klassiker, der sich auch im Zusammenhang mit einem klassischen Gleitzeitkonto oft zu einem echten Problem entwickelt. Die Mitarbeiter verfahren dann nach dem Motto: „Ich habe heute ohnehin nicht viel zu tun, zuhause wartet niemand auf mich… dann kann ich meine Zeit auch alternativ im Büro absitzen.“. Jeder weiß: Produktivität sieht anders aus!

Unternehmen, die ZWKs (oder auch Gleitzeitkonten) anbieten, sollten darauf achten, dass der Auf- und Abbau der Stunden zum Auftrags- und Auslastungsvolumen passt. Hier kann es sich durchaus lohnen, ein wenig genauer hinzuschauen und den Mitarbeiter gegebenenfalls auf Missstände aufmerksam zu machen. Immerhin soll ein eingerichtetes Zeitwertkonto unter anderem auch die Produktivität des Unternehmens steigern und nicht nur dazu einladen, Zeit für eine längere Auszeit zu sammeln.

Risiko Nr. 2: Gute Mitarbeiter verlassen das Unternehmen früher als geplant

Klar: irgendwann hat sich auch der beste Mitarbeiter einmal das Unternehmen. Wer hier möglichst langfristig planen möchte, sollte immer auf eine überzeugende und transparente Kommunikation setzen (und diese natürlich auch seinen Mitarbeitern vorleben!).

Einige Unternehmen nutzen hierbei – selbstverständlich in Absprache mit den jeweiligen Arbeitnehmern – auch eine ganz besondere Technik: sie verlängern den Vertrag über das eigentlichen Renteneintrittsalter und terminieren damit auch die Freistellungsphase des ZWK neu. Hieraus ergibt sich zwar eine längere Arbeitszeit, jedoch auch ein höherer Rentenanspruch. Je nach individueller Lebensplanung kann es sich hierbei um eine praktische Alternative und eine faire Lösung für beide Parteien handeln.

Risiko Nr. 3: Mängel im Detail

Bei einem ZWK handelt es sich um weitaus mehr als „nur“ ein Konto, auf dem Zeit gesammelt wird. Gerade mit Hinblick auf gesetzliche Bestimmungen müssen hier viele Details beachtet werden. Wer hier fahrlässig handelt, riskiert, dass die entsprechenden Fehler beispielsweise im Rahmen einer Betriebsprüfung moniert werden. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Haftung der Geschäftsführer kommen.

Um Szenarien wie diese zu vermeiden, braucht es einen kompetenten Fachmann für Zeitwertkonten, der die betreffenden Unternehmen umfassend berät und auf die erwähnten Risiken hinweist.

Überstundenkonto oder Zeitwertkonto? Was ist „besser“?

Überstundenkonto oder Zeitwertkonto? Was ist „besser“?

Überstundenkonto oder Zeitwertkonto? Was ist „besser“?

Keine Frage: Freizeit ist wichtig. Immerhin hilft sie uns dabei, uns zu regenerieren und wieder neue Kraft zu tanken. Dementsprechend ist es unerlässlich, sich in regelmäßigen Abständen darüber Gedanken zu machen, wie hier optimiert werden kann.

Ein Überstundenkonto galt lange Zeit als eine besonders flexible Möglichkeit, wenn es darum geht, sich beispielsweise einen Tag frei zu nehmen oder ein paar Stunden früher ins Wochenende zu starten.

Seit einigen Monaten ist es jedoch das Zeitwertkonto, dass es schafft, sich als moderne Alternative zu präsentieren. Im Gegensatz zum Überstundenkonto eignet sich das Zeitwertkonto vor allem für diejenigen, die langfristig planen und sich Auszeiten über mehrere Monate gönnen wollen.

Die Unterschiede zwischen Überstunden- und Zeitwertkonto auf einen Blick

Wie der Name schon sagt, werden auf einem Überstundenkonto tatsächlich Überstunden gesammelt. Wer am Montag aufgrund einer längeren Besprechung seine vorgegebene Tagesarbeitszeit überschritten hat, kann die Überstunden wahlweise am Freitag (nach Rücksprache mit dem Chef) abarbeiten.

Im Gegensatz zum ZWK ist das Überstundenkonto allerdings nicht langfristig angelegt. Im Gegenteil! Viele Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern, dass diese ihr „Plus“ bis zu einem bestimmten Tag aufbrauchen. Ansonsten können die betreffenden Stunden auch „gekappt“ werden.

Das Guthaben, das sich auf einem Zeitwertkonto befindet, wird jedoch – ähnlich wie bei einem Sparbuch – in der Regel über einen langen Zeitraum nicht angerührt. So kommt nach und nach ein beachtliches Guthaben zusammen, dass dann – zum Beispiel für ein Sabbat Jahr – aufgebraucht werden kann.

Somit erweist sich das ZWK als flexible Lösung für alle, die eine längere Auszeit planen. Ebenso wie beim Überstundenkonto üblich, muss die Inanspruchnahme des Guthabens mit den Vorgesetzten abgeklärt werden.

Die Suche nach dem passenden Arbeitgeber – nicht jeder bietet ein Zeitwert- oder ein Überstundenkonto an

Wer schon vor der Suche nach einem neuen Job weiß, dass es ihm besonders wichtig ist, seine Zeit flexibel einteilen zu können, sollte sich im Rahmen des Bewerbungsgesprächs nach den Vorgaben und Angeboten des betreffenden Unternehmens erkundigen. Denn: nicht alle Firmen bieten ZWKs an. Auch die Regelungen mit Hinblick auf das Abarbeiten von Überstunden unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander.

Daher ist es wichtig, auch diesen Aspekt mit in die Entscheidung für oder gegen eine Anstellung einzubeziehen.

Es gibt kein „besser“ – individuelle Anforderungen berücksichtigen

Jeder hat im Zusammenhang mit einer optimalen Zeiteinteilung sicherlich individuelle Vorstellungen. Während es manche Arbeitnehmer lieben, hier eher kurzfristig zu planen, bevorzugen andere wiederrum die langfristige Variante auf der Basis eines Zeitwertkontos.

Wer dementsprechend Wert auf:

  • langfristige Abwesenheiten
  • ein Maximum an Flexibilität
  • eine optimale Anpassung der Arbeitszeiten

legt, ist meist gut beraten, Unternehmen mit Zeitwertkonten den Vorzug zu geben. Wer freitags hin und wieder früher das Büro verlassen möchte und kein Problem damit hat, sein Überstundenkonto gegebenenfalls nach fixen Fristen zu räumen, kann manchmal auch alternativ auf die kurzfristige Lösung setzen.

Aufgrund der Tatsache, dass sich jedoch gerade das Zeitwertkonto in den letzten Monaten über eine gesteigerte Beliebtheit freuen kann, ist davon auszugehen, dass auch in Zukunft immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern diese Option anbieten werden.

Für wen lohnt sich ein Zeitwertkonto?

Viele Arbeitnehmer, die den allerletzten Arbeitstag ihres Lebens ein wenig nach vorne holen möchten, stellen sich die Frage, wie sich dieses Vorhaben möglichst ohne finanzielle Einbußen realisieren lässt. Häufig denken hier viele zunächst an die klassische Altersteilzeit. Das Problem: genau die finanzielle Flexibilität, die sie ursprünglich angestrebt haben, bleibt aus. Denn: wer in Altersteilzeit arbeitet, muss in dieser Zeit auch ein niedrigeres Gehalt akzeptieren.

Ein Modell, das sich momentan einer besonders großen Beliebtheit erfreut und noch dazu mit zahlreichen Vorteilen aufwartet, ist das Zeitwertkonto.

Die (Frei-) Zeit, die hier direkt vor dem eigentlichen Einstieg in die Rente genutzt werden kann, wurde vorher – im wahrsten Sinne des Wortes – erarbeitet. Daher erklärt es sich von selbst, weswegen die Arbeitnehmer, die auf das Zeitwertkonto setzen, sich auch über ihre gewohnte Gehaltszahlung freuen dürfen.

Doch für wen ist das Zeitwertkonto eigentlich genau geeignet? Wer sollte sich überlegen, die entsprechenden Vorteile zu nutzen? Die folgenden Abschnitte zeigen auf, dass das ZWK tatsächlich über das Potenzial verfügt, die Zeit vor dem Ruhestand ein wenig zu revolutionieren.

Ganz wichtig: Nicht alle Unternehmen bieten das Zeitwertkonto an!

Obwohl es sich beim Zeitwertkonto um ein Modell handelt, das durchaus auch das Image eines Unternehmens verbessern kann, gibt es noch viele Arbeitgeber, die an weitaus klassischeren Modellen festhalten.

Daher ist es – bevor andere Überlegungen zur früheren Rente in den Raum gestellt werden – wichtig, sich zunächst mit den individuellen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Wer schon von Vornherein weiß, dass er auf die Vorteile eines ZWK zurückgreifen möchte und sich gerade mitten im Bewerbungsprozess befindet, sollte bei seiner letztendlichen Unternehmensauswahl natürlich ebenfalls auf dieses wichtige Detail achten.

Ideal für längere Auszeiten – nicht nur vor der Rente

Während es sich beim klassischen Gleitzeitkonto um eine wunderbare Möglichkeit handeln kann, freitags früher in den Feierabend zu starten, ist das Zeitwertkonto auf einen längeren Zeitraum ausgelegt.

Es kann zum Beispiel im Zusammenhang mit:

  • einem Sabbat Jahr

  • einer Weltreise

  • einem früheren Start in die Rente

und allgemein mit Hinblick auf längere Auszeiten – beispielsweise über mehrere Monate – genutzt werden.

Was sollte beim Aufbrauchen des Zeitwertkonto Guthabens beachtet werden?

Keine Frage: auch wenn den Arbeitnehmern die Zeit, die sie auf ihren Konten gesammelt haben, natürlich zusteht, bedeutet dies nicht, dass die entsprechenden Puffer jederzeit und „von heute auf morgen“ genutzt werden können.

Immerhin muss der Arbeitgeber auch die Chance haben, den Wegfall einer Kraft zu planen. Daher ist es wichtig, sowohl Mehrarbeitszeiten als auch das Aufbrauchen des Zeitwertkontos im Vorfeld zu besprechen.

Wie profitiert der Arbeitgeber vom ZWK?

Es wäre definitiv falsch, mit Hinblick auf Zeitwertkonten ausschließlich von Vorteilen für Arbeitnehmer zu sprechen. Auch Arbeitgeber können nachhaltig von dieser besonderen Kontoart profitieren.

Immerhin bietet sie ihnen die Möglichkeit, den Einsatz der Mitarbeiter optimal an die Auslastung anzupassen. Nicht nur für Unternehmen, die starken saisonalen Schwankungen unterworfen sind, handelt es sich hierbei um einen besonderen Vorteil.

Wer die Möglichkeit hat, die Arbeitszeiten seiner Belegschaft so zu setzen, dass sie optimal den Anforderungen des Betriebes entsprechen, arbeitet noch effizienter und kann sich meist auch über eine höhere Zufriedenheit innerhalb des Teams freuen.

Eine professionelle Beratung durch einen Fachmann kann Ihnen aufzeigen, wie auch Sie die Vorteile eines ZWK in Ihrem Betrieb nachhaltig nutzen können.