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Altersrente für langjährig Versicherte

Altersrente für langjährig Versicherte

Höhe, Eintrittsalter und weitere Details

Wer über einen Zeitraum von mindestens 35 Jahren in die Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält ab dem Renteneintritt entsprechend seine Altersrente. Wann es jedoch genau soweit ist und wann der letzte Arbeitstag ansteht, ist vom Geburtsjahr der betroffenen Personen abhängig.

Diejenigen, die zum Beispiel im Jahr 1949 (oder früher) geboren sind, müssen bis zum 65. Lebensjahr arbeiten, bevor sie in den Genuss von mehr Freizeit und den dazugehörigen, kompletten Altersrente-Zahlungen kommen.

Arbeitnehmer, die schon früher in den Ruhestand starten möchten, haben jedoch auch die Möglichkeit – selbstverständlich in Absprache mit dem Arbeitgeber – ihre Rente früher in Anspruch zu nehmen. Hierbei gilt es jedoch, zu beachten, dass pro Monat, der weniger gearbeitet wird, 0,3 Prozent von der Rente abgezogen werden.

Unterschiedliche Altersgrenzen und Abschläge

Wie bereits erwähnt, ist das Renteneintrittsalter vom jeweiligen Geburtsjahr abhängig. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies, dass Menschen, die nach 1948, aber vor 1967 geboren wurden, stufenweise in eine andere Altersgrenze einkategorisiert werden. Wer ab 1964 geboren ist, geht mit 67 in Rente. Diejenigen, die nicht so lange warten möchten, haben die Möglichkeit, einen Abschlag in Höhe von bis zu 14,4 Prozent zu zahlen, um sich dann schon mit 63 Jahren aus dem Beruf zu verabschieden.

Für langjährig Versicherte gilt, dass – parallel zu den jeweiligen Beitragszeiten – auch Zeiten aus einem etwaigen Versorgungsausgleich/ Minijobs/ Rentensplitting usw. berücksichtigt werden.

Doch auch wenn das „System Rente“ im Laufe der Jahre etwas flexibler geworden ist, bleibt für viele der „Beigeschmack“, dass das späte Renteneintrittsalter oft noch in „weiter Ferne“ liegt. Weltreisen und Co. sind dann zwar oft immer noch möglich, aber wäre es nicht schöner, nicht bis 67 warten zu müssen, bis das Leben noch etwas umfangreicher genossen werden kann?

Das Interesse an Alternativen zur klassischen Altersrente ist groß. Viele Arbeitnehmer und Unternehmen setzen in diesem Zusammenhang auf Zeitwertkonten. Immerhin können diese nicht nur für längere Pausen „zwischendurch“ – zum Beispiel für eine verlängerte Elternzeit, sondern auch für einen früheren Eintritt in den Ruhestand genutzt werden.

Das Zeitwertkonto und der frühere Renteneintritt – so geht’s!

Wer keine Lust auf eine gekürzte Rente aufgrund eines früheren Eintrittsalters hat (s. o.), sollte sich in Bezug auf Alternativen, wie zum Beispiel das moderne Zeitwertkonto, informieren. Das Prinzip, das sich hierhinter verbirgt, ist rasch erklärt.

Beträge, die sich beispielsweise aus Weihnachts- und Urlaubsgeld, jedoch auch aus den Zahlungen für Überstunden usw. ergeben, können auf das betreffende Zeitwertkonto eingezahlt werden. (Welche Lohnarten hierbei im Einzelfall „erlaubt“ sind, wird vertraglich festgelegt.)

Beschließt der Arbeitnehmer nun, dass er nicht mit 67, sondern schon mit 65 Jahren in Rente gehen möchte und ist das Unternehmen hiermit einverstanden, besteht die Möglichkeit, den letzten Arbeitstag vorzuziehen. Das Guthaben auf dem Zeitwertkonto sorgt dann dafür, dass die Altersrente in gekürzter Form nicht in Anspruch genommen werden muss. Stattdessen werden monatliche Beträge – ähnlich wie Lohnzahlungen – ausgezahlt. Das Ergebnis: ein früherer Renteneintritt ohne eine Kürzung der Altersrente und maximale Flexibilität!

Damit die entsprechenden Beträge jedoch reichen, um den jeweiligen Lebensstandard zu wahren, ist es wichtig, im Vorfeld einige Berechnungen durchzuführen. Fragen wie „Wie viel früher kann ich in meinen Ruhestand starten, um Zahlungen zu erhalten, die in etwa mit meinem früheren Gehalt übereinstimmen?“ und „Ist mein Arbeitgeber mit meinem früheren Ausscheiden einverstanden?“ spielen hier eine wichtige Rolle.

Wurden die entsprechenden „Randdaten“ geklärt und ausreichend Geld auf das Zeitwertkonto eingezahlt, steht einem früheren Ruhestand ohne Kürzung der regulären Altersrente nichts mehr im Wege.

Sprechen Sie uns gern an, damit wir Sie umfassend zum Thema beraten können!

Gleichbehandlungsgrundsatz

Gleichbehandlungsgrundsatz

Bei der Einrichtung von Wertkontenmodellen

Generell gilt, dass jeder Arbeitgeber vollkommen frei entscheiden kann, wem er ein Zeitwertkonto anbieten möchte und wem nicht. Dennoch gilt es in diesem Zusammenhang, den sogenannten Gleichbehandlungsgrundsatz zu beachten. Laut diesem dürfen die Mitglieder einer Gruppe (in diesem Fall zum Beispiel die Mitarbeiter innerhalb einer bestimmten Abteilung) nicht unterschiedlich behandelt werden.

Dies bezieht sich nicht nur generell auf die Frage, OB Zeitwertkonten gewährt werden, sondern beispielsweise auch auf weitere Details, wie Zuschüsse und/ oder Umwandlungsgrenzen.

Liegt ein Grund für eine differenzierte Behandlung vor, muss gecheckt werden, ob dieser gerechtfertigt ist und beispielsweise keine einzelnen Arbeitnehmer diskriminiert. Der Gleichbehandlungsgrundsatz wurde in der Vergangenheit unter anderem auch schon rege diskutiert und bewertet, so dass zur Beurteilung des eigenen Falls auch oft Bezug auf verschiedene Entscheidungen genommen werden kann.

Wann wird der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt und wann nicht?

Hierbei handelt es sich um eine Frage, die ausschließlich unter der Berücksichtigung zahlreicher Details auf verlässliche Weise beantwortet werden kann.

Die folgenden Punkte basieren auf Entscheidungen der Vergangenheit und können dementsprechend zumindest als „Richtwert“ genutzt werden.

  1. Es würde dem Gleichbehandlungsgrundsatz widersprechen, wenn ausschließlich auf Basis der Einteilung in „Angestellte“ und „Arbeiter“ unterschieden würde. Liegen keine anderen Gründe vor, müssen beide in Bezug auf Zeitwertkonten gleich behandelt werden.
  2. Werden verschiedene Vergütungssysteme genutzt, kann die Situation schon anders gewertet werden. Denn: in diesem Zusammenhang ist es möglich, nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu urteilen, wenn die Mitarbeiter, die ausgeschlossen werden, mehr verdienen als diejenigen, denen es erlaubt wird, auf die Vorzüge eines Zeitwertkontos zu setzen. Es wäre dementsprechend legitim, einen Unterschied zwischen außertariflichen Angestellten und Tarifarbeitnehmern zu machen. Diese Situation würde als „sachlicher Grund“ gewertet werden und wäre dementsprechend legitim.

Meine Kollegen dürfen ein Zeitwertkonto einrichten, aber ich nicht. Was soll ich tun?

Wie bereits erwähnt, muss im Zusammenhang mit Zeitwertkonten immer der Gleichbehandlungsgrundsatz beachtet werden. Doch wie sollte konkret verfahren werden, wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie in Bezug auf die Einrichtung von Zeitwertkonten benachteiligt werden?

Im ersten Schritt ist es hier wichtig, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu checken und zu überprüfen, ob die Entscheidung des Arbeitgebers sachlich (!) begründet werden kann. Hier ist das betreffende Unternehmen in der Pflicht. Denn: es muss außenstehenden Dritten zweifelsfrei erklären können, weshalb es „Gruppe A“ gestattet ist, das Modell zu nutzen und „Gruppe B“ nicht. (Dasselbe gilt, wenn es zwar allen Arbeitnehmern erlaubt sein soll, ein Zeitwertkonto zu eröffnen, jedoch zu unterschiedlichen Bedingungen.)

Einzelverträge, die mit einzelnen Mitarbeitern geschlossen wurden, unterliegen jedoch nicht dem Gleichbehandlungsgrundsatz. (Achtung! Je mehr Einzelverträge dieser Art abgeschlossen werden, desto größer wird die Gefahr, dass auf einmal doch ein Kollektiv bevorzugt wird. Dementsprechend ist es immer, auch gerade als Arbeitgeber, wichtig, neue Verträge dieser Art zu prüfen und in Gesamtrelation zu setzen.

Die Mitarbeiter der Foresight GmbH helfen Ihnen gern weiter, wenn es darum geht, Ihre individuelle Situation einzuschätzen und die weiteren Schritte zu planen.

Aufhebungsvertrag mit Arbeitgeber

Aufhebungsvertrag mit Arbeitgeber

Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses durch Kündigung oder Aufhebungsvertrag

Viele Arbeitnehmer nutzen ein Zeitwertkonto, um sich „irgendwann“ eine längere Auszeit oder einen früheren Rentenbeginn zu gönnen. In der heutigen Zeit sind zahlreiche Lebensläufe jedoch von mehreren Arbeitgebern geprägt.

Keine Frage: wer möglichst viele Eindrücke sammeln, sich weiterbilden und tatsächlich seinen absoluten Traumjob finden möchte, kann hin und wieder gut beraten sein, die Arbeitsstelle zu wechseln und sich – im Idealfall – selbst zu verwirklichen.

Doch was passiert in einem solchen Fall eigentlich mit einem Zeitwertkonto? Selbstverständlich ist das Guthaben, das hierauf gesammelt wurde, nicht verloren. Stattdessen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie verfahren werden kann.

Die neue Stelle und das Zeitwertkonto – welche Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich stehen im Zusammenhang mit dem Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber drei verschiedene Möglichkeiten offen, wie mit dem Guthaben auf dem Zeitwertkonto verfahren werden kann.

Diese sind:

  1. Das Guthaben wird auf ein Zeitwertkonto beim Folgearbeitgeber übertragen – sofern dieser auch die entsprechende Option anbietet
  2. Das Guthaben wird auf die DRV („Deutsche Rentenversicherung Bund“) übertragen
  3. Das Guthaben wird ausgezahlt (abzüglich der zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge und der Steuern)

Zu 1.

Schließt der neue Arbeitgeber mit dem Mitarbeiter eine Wertguthabenvereinbarung ab und stimmt er der Übertragung des Wertguthabens zu, kann das Guthaben ganz einfach übertragen werden. Ein gesetzlicher Anspruch auf eine entsprechende Zustimmung besteht jedoch nicht. Liegen alle Voraussetzungen (inklusive besagter Zustimmung) vor, nimmt der bisherige Arbeitgeber die Übertragung vor. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge werden erst bei der späteren Auszahlung fällig.

Zu 2.

Mitarbeiter können auch von ihrem Arbeitgeber verlangen, dass das Wertguthaben auf die Deutsche Rentenversicherung Bund übertragen wird. Als Grundvoraussetzung gilt hier, dass das Wertguthaben vor der Übertragung den sechsfachen Betrag der monatlichen Bezugsgröße erreicht haben muss. Im Rahmen der Übertragung werden keine Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Diese werden erst fällig, wenn die Auszahlung startet.

Bei der DRV Bund wird das Wertguthaben Konto dann auf einem Sonderkonto geführt und so von anderen Geldern getrennt. Auf diese Weise kann ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet werden.

Keine Angst vor Zeitwertkonten und Kündigungen!

Die Angst davor, dass das Guthaben auf einem Zeitwertkonto im Rahmen eines Arbeitgeberwechsels verlorengehen könnte, sorgt leider immer noch dafür, dass sich einige Arbeitnehmer „sicherheitshalber“ gegen das Zeitwertkonto entscheiden. Diese Angst ist jedoch vollkommen unbegründet!

Auch dann, wenn der neue Arbeitgeber nicht die Möglichkeit bieten sollte, ein Zeitwertkonto fortzuführen, gibt es mehrere Optionen, das angesparte Geld zu schützen. Die Mitarbeiter der Foresight GmbH beraten Sie gern rund um dieses spannende Thema und zeigen Ihnen auf, wie Sie im Falle einer Kündigung bzw. eines Arbeitsplatzwechsels am besten mit Ihrem Zeitwertkonto verfahren können.

Treffen mit Jens Beeck

Treffen mit Jens Beeck

Lingen – Am Dienstag, den 10.08.2021 trafen sich die Fachberater Heinz-Jürgen Zink und Mike Brendt, der Foresight GmbH mit Jens Beeck (FDP), Mitglied des deutschen Bundestages und Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Osnabrück zu einem Austausch auf dem Lingener Marktplatz.

Hauptthema waren die aktuellen Herausforderungen in der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Frage, welche Rolle Zeitwertkonten aktuell spielen und in der Zukunft spielen sollen. Die Bedarfe und Ansprüche verändern sich, der Arbeitsplatz ist für viele nicht mehr der Mittelpunkt ihres Lebens: Väter möchten ihre Kinder aufwachsen sehen, junge Menschen sich den Traum von der Asienreise erfüllen, ältere die letzten Arbeitsjahre weniger Stunden machen, ohne auf viel Gehalt verzichten zu müssen. Die Diversität der Arbeitnehmenden ernst zu nehmen und ihre Wünsche abzubilden, dafür steht das Zeitwertkonto. Doch wieso bieten bisher wenige Betriebe diese Lösung an?

Lebensarbeitszeit und Flexibilisierung positiv besetzen

Jens Beeck – von Haus aus Rechtsanwalt – interessierte allen voran, ob es weiterer gesetzlicher Unterstützungen neben dem Flexibilisierungsgesetz II bedarf, um die Einführung und Umsetzung attraktiver zu gestalten. Heinz-Jürgen Zink entgegnete, dass es jetzt nicht zwingend einer rechtlichen Reform bedarf, sondern die Transparenz und Aufklärung das wichtigste sei. Das Thema Zeitwertkonten müsse politisch und öffentlich stattfinden. Arbeitgebenden zu vermitteln, dass sie durch das Zeitwertkonto und die damit einhergehenden Freiheiten ihre Mitarbeitenden langfristig binden, das Beschäftigungsverhältnis aufrecht erhalten und gleichzeitig ermöglichen Lebensträume zu verwirklichen. Mike Brendt ergänzte die Notwendigkeit die Herausforderungen der Umgestaltung der Arbeit positiv zu besetzen, Ängste abzubauen.

Das Gespräch war für alle Beteiligten aufschlussreich und positiv und soll nach der Bundestagswahl im September fortgeführt werden.

Ehegattenunterhalt

Ehegattenunterhalt

Um herauszufinden, ob ein Ehegattenunterhalt gegenüber dem anderen greift, ist es wichtig, mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Wichtige Infos hierzu finden sich unter anderem im BGB (§ 1569/ Grundsatz der Eigenverantwortung, Zitat: „Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Ist er dazu außerstande, hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt nur nach den folgenden Vorschriften.“) und im SGB (§ 1670/ Unterhalt wegen der Betreuung eines Kindes).

Wie hoch der Ehegattenunterhalt, der gezahlt werden muss, letztendlich ist, ist von den ehelichen Lebensverhältnissen abhängig. Hinzu kommt, dass der-/ diejenige, der/ die Unterhalt erhält, bedürftig sein muss und somit nicht selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgen kann und der/ die Zahlende dazu in der Lage sein muss, die entsprechenden Zahlungen auch zu leisten, ohne das der eigene Lebensunterhalt zu stark eingeschränkt wird.

Wann gilt ein Mensch als bedürftig?

Eine Frage, die hier in letzter Zeit eine besonders wichtige Rolle spielt: ist ein Arbeitnehmer, der Wertguthaben auf seinem Zeitwertkonto gesammelt hat, bedürftig? Laut § 1577 Abs. 1 SGB liegt keine Bedürftigkeit vor, wenn es möglich ist, sich mit den eigenen Einkünften/ dem Vermögen selbst zu unterhalten. Als Maßstab für die entsprechenden Berechnungen wird das Bruttoeinkommen verwendet.

Etwaige Umwandlungen im Zusammenhang mit einem Zeitwertkonto beeinflussen die Bedürftigkeit nicht. Oder anders: diejenigen, die zu wenig Geld zur Verfügung haben, weil sie es in Wertguthaben umwandeln, gelten nicht als bedürftig. Stattdessen wäre es ihre Pflicht, die Höhe der Einzahlungen anzupassen. Es ist also nicht erlaubt, das eigene Arbeitseinkommen bewusst zu schmälern, um als „bedürftig“ zu gelten.

Erst dann, wenn das Wertguthaben ausgezahlt (und dementsprechend auch versteuert) wird, gilt es als Einkommen und wird dann auch erst berücksichtigt.

Die Einzahlung auf ein Zeitwertkonto beeinflusst die Höhe des Unterhaltsanspruchs

Je nachdem, wie viel Geld auf ein Zeitwertkonto eingezahlt wird, verändert sich auch der Unterhaltsanspruch. Aus den tatsächlichen Einkommensverhältnissen ergibt sich dann der festgesetzte Lebensstandard.

In diesem Zusammenhang wird klar zwischen den Einkünften unterschieden, die genutzt werden, um den Bedarf zu decken und denen, die darauf ausgerichtet sind, Vermögen zu bilden bzw. vorzusorgen. Letztere werden aus der Berechnung des Anspruchs ausgeschlossen, da sie direkt abgeführt werden und daher den Lebensstandard nicht beeinflussen. Oder anders: der Teil des Vermögens, der in das Zeitwertkonto (oder auch in die Altersvorsorge) fließt, bestimmt nicht die Lebensverhältnisse in der Ehe.

Beeinflusst das Zeitwertkonto die Leistungsfähigkeit des Verpflichteten?

Ein bestehendes Wertguthaben muss nicht aufgelöst werden, um ein Ehegattenunterhalt nachzukommen. Immerhin hat der Inhaber des Zeitwertkontos keine Möglichkeit, sein Konto „einfach so“ aufzulösen.

Eine Alternative wäre jedoch, eine bestehende Umwandlung des Bruttoentgelts aufzulösen und das Zeitwertkonto ruhen zu lassen.

Um jedoch zu entscheiden, ob der Unterhaltsverpflichtete leistungsfähig ist oder nicht, müssen die Einkünfte, die ihm zur Verfügung stehen, berücksichtigt werden. Diejenigen, die mehr in ihr Zeitwertkonto einzahlen, sind dementsprechend auch weniger leistungsfähig. Dennoch müssen in diesem Zusammenhang auch Grenzen beachtet werden. Als Orientierung könnten dabei die Vorgaben zur Altersvorsorge dienen. Hier werden lediglich die Beiträge berücksichtigt, die die eigene Leistungsfähigkeit um maximal vier Prozent mindern.

Welche Lohnsteuerklasse ist die richtige?

Welche Lohnsteuerklasse ist die richtige?

Die Höhe des Lohnsteuerabzugs, mit der Arbeitnehmer kalkulieren müssen, ist von der jeweiligen Lohnsteuerklasse abhängig.

In Deutschland gibt es sechs verschiedene Einteilungen. Doch wer fällt eigentlich in welche Klasse? Die folgenden Abschnitte geben Aufschluss. (Die Höhe der zu zahlenden Einkommenssteuer ist zudem noch von etwaigen Kinderfreibeträgen abhängig.)

Lohnsteuerklasse 1

Arbeitnehmer, die der Lohnsteuerklasse 1 zugeordnet werden, sind entweder ledig, mit Ehegatten, die im Ausland leben verheiratet, verwitwet oder geschieden und erfüllen nicht die Voraussetzungen, die für eine Einordnung in die Steuerklasse III bzw. IV wichtig sind. 

Lohnsteuerklasse 2

Arbeitnehmer aus Lohnsteuerklasse II weisen die Voraussetzungen zu Lohnsteuerklasse I vor, sind jedoch alleinerziehend bzw. leben mit mindestens einem, bei ihnen gemeldeten Kind, aber ohne einen weiteren Erwachsenen zusammen. Wer verwitwet ist und mindestens ein Kind hat, fällt ab dem Monat, der auf den Tod des Ehepartners folgt, in diese Steuerklasse.

Lohnsteuerklasse 3

Wer in Lohnsteuerklasse 3 fällt, ist entweder:

  • verheiratet, während der Ehegatte keinen Lohn bezieht bzw. (auf Antrag) in Steuerklasse V einkategorisiert wurde
  • verwitwet, wenn beide Ehegatten vorher uneingeschränkt einkommenssteuerpflichtig waren und nicht dauerhaft getrennt lebten

oder…

  • mit einem Ehegatten verheiratet, der als Selbstständiger arbeitet.

Lohnsteuerklasse 4

Arbeitnehmer mit der Lohnsteuerklasse 4 sind verheiratet. Beide Ehegatten sind dabei uneingeschränkt einkommenssteuerpflichtig und leben nicht dauernd getrennt. Wichtig für die Einordnung ist zudem, dass der Ehegatte auch Arbeitslohn bezieht. Eine Ausnahme besteht hierbei, wenn der besagte Ehegatte auf der Basis von Steuerklasse 5 (s. u.) versteuert.

Lohnsteuerklasse 5

Arbeiten beide Ehegatten in einem Dienstverhältnis, werden Sie normalerweise in Steuerklasse 4 eingeteilt. Wird jedoch ein Antrag gestellt, dass ein Partner in Klasse 3 und ein Partner in Klasse 5 versteuert, ist dies in vielen Fällen möglich (und sinnvoll). Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, dass der Antrag von beiden (!) gestellt wird.

Lohnsteuerklasse 6

Liegen bei dem Zu-Besteuernden mehrere Arbeitsverhältnisse vor, fällt er in Lohnsteuerklasse 6. Auch dann, wenn keine Lohnsteuerkarte vorgelegt wird, muss der Arbeitgeber diese Lohnsteuerklasse wählen. Ob die Höhe der Lohnsteuer gerechtfertigt war, zeigt dann die sogenannte Einkommenssteuerveranlagung, die am Ende des Kalenderjahres durchgeführt wird.

Wann können sich Arbeitnehmer über eine Einkommenssteuererstattung freuen?

Viele Steuerzahler stehen dem Thema Einkommenssteuer skeptisch gegenüber. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es in vielen Fällen zu Erstattungen kommt. Grundsätzlich gilt: Wenn mehr Lohnsteuer einbehalten wurde als Einkommenssteuer gezahlt werden muss, wird Geld vom Staat zurückgezahlt. Umgekehrt kann es in einigen Fällen sein, dass eine Nachzahlung fällig wird.

Lohnsteuerklassen wechseln? So geht’s!

Der Wechsel von Lohnsteuerklassen kann anzuraten, hin und wieder aber auch verpflichtend sein. Gerade dann, wenn sich der Familienstand ändert, ist es wichtig, unter anderem auch an die Steuer zu denken.

Weitestgehend frei können sich hierbei Ehepaare bzw. eingetragene Lebenspartner entscheiden. Hier sind – wie oben bereits erwähnt – drei verschiedene Kombinationen denkbar. Für den Rest gilt, dass die Steuerklassen durch die entsprechenden Lebensumstände festgelegt sind. Ohne entsprechende Veränderungen, wie zum Beispiel eine Heirat, können sie nicht geändert werden.

Die jeweiligen Anträge werden immer schriftlich beim Finanzamt gestellt. Seitdem die klassische Lohnsteuerkarte im Jahre 2013 weggefallen ist, wurden viele Vorgänge in diesem Zusammenhang vereinfacht. Wer beispielsweise heiratet, wird automatisch in die Steuerklasse 4 eingeordnet. Lediglich dann, wenn auf 3/ 5 (s. o.) gewechselt werden soll, ist es nötig, als Steuerzahler entsprechend tätig zu werden.